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Powder und Parks

29. November 2016

Ich gebe es zu: ich bin süchtig! Süchtig nach dem Winter. Nach tiefem, weichen Schnee, in den ich weite Turns ziehe, über Cliffs abhebe, um dann wenig später wie auf Wolken wieder auf meinen Skiern zu landen. Süchtig danach, über Kicker in den Luftraum über perfekt geshapten Parks katapultiert zu werden, Spins und Grabs zu sticken und über Rails und andere Obstacles zu sliden. Mein größtes Glück: Ich kann meiner Leidenschaft an einem Ort nachgehen, der unvergleichliche Möglichkeiten und Abwechslung bietet. Langweilig wird mir so sicherlich nicht! Denn die Freeride-Möglichkeiten und die Snowparks im SalzburgerLand gehören zu den besten der Welt und bieten ein wahres El-Dorado für uns Freeskier und Freerider. Dank Leuten wie Martin Liebmann, Shaper aus Leidenschaft am Kitzsteinhorn. Einem Herrn, dem ich schon lange wieder einmal einen Besuch abstatten wollte…

Es sind diese Tage, für die es sich zu leben lohnt, die man nie mehr vergisst und von denen man noch lange zehrt. Zeitig in der Früh besteige ich mit meinen besten Freunden eine der allerersten Gondeln, die Sonne strahlt mit dem Weiß des Neuschnees um die Wette und wir können es kaum erwarten, endlich oben am Kitzsteinhorn anzukommen. Dumpf landen meine Skier im frischen Powder, das schnelle, scharfe Klicken der Bindungen durchschneidet kurz die Ruhe hier oben auf dem Berg. Gesprochen wird nicht viel, doch in großer Vorfreude verstehen wir uns auch so. Das Panorama ist wirklich atemberaubend und es gibt kaum einen Gipfel des SalzburgerLandes, den man von hier aus nicht sehen würde. So viele Möglichkeiten, so viele Parks und Hänge, die entdeckt und befahren werden wollen. Was für ein Segen, dass wir mit unseren Salzburg Super Ski Cards die ganze Saison über uneingeschränkt im ganzen SalzburgerLand und in einigen Skigebieten der angrenzenden Bundesländer fahren können.

Jäh werde ich aus meinen schneeweißen Träumereien gerissen, als die ersten von uns losfahren. Wie in Trance ziehe ich meine Brille über die Augen, kontrolliere noch einmal die Bindungen und dann geht es auch für mich los – das Gefühl, das man mit nichts vergleichen kann und nach dem wir Freeskier eben süchtig sind. Die ersten Schwünge werden in den Schnee gesetzt, die Kanten knarren und der Wind orgelt seine sanfte Melodie unter den Helmen. Unterbrochen wird sie nur von den Freudenschreien von uns Freunden.

Freeriden ist pures Glück. Wichtig: Safety first
Dann liegt er vor uns: der erste Tiefschneehang des Tages. Auch wenn man diesen Moment schon so oft erlebt hat wie wir, er ist und bleibt immer wieder besonders und mit nichts zu vergleichen. Einem Kometenschweif gleich spritzt der glitzernd-weiße Schnee hinter mir durch die Luft. Wie auf Wolken schwebe, nein fliege ich durch den Powder, ziehe meine Line zwischen den einzelnen Bäumen. Dann hinein in die Rinne, zwei schnelle, enge Schwünge um Speed aufzunehmen und schon zische ich über das herrliche Schneefeld vor mir. Ich kenne niemanden, der sich diesem Gefühl jemals wieder entziehen könnte. Ich kann es sicher nicht. Doch so einzigartig und wunderschön das Fahren im ungesicherten Raum auch sein mag, eines darf man dabei niemals vergessen: Safety first! Im freien Gelände ist das ein unumstößliches Gesetz und muss eingehalten werden. Es steht einfach viel zu viel auf dem Spiel und den „Worst Case“, den Abgang einer Lawine oder den Sturz über Felsen, gilt es absolut zu vermeiden. Das allerwichtigste, hier gibt es auch keine Ausreden, ist, dass man genau weiß, was man tut und auf welche Gefahren man im alpinen Raum stoßen kann. Lawinen sind dabei nur eines der Themen, über die man bestens Bescheid wissen muss und die eine gewisse Ausbildung und eine genaue Tourenplanung voraussetzen. Niemals würde ich mit unvorsichtigen oder schlecht ausgerüsteten Leuten fahren. Punkt! Hier am Kitzsteinhorn sollte man immer eine der fünf Routen in Liftnähe nehmen. Die sind sicher und spektakulär. Zusätzlich sollte sich jeder Freerider vorab an der „Freeride Info Base“ über die aktuellen Schnee- und Wetter-Verhältnisse informieren.

Auf unseren Freeski wird der Luftraum unsicher gemacht
Nach diesem herrlichen Offpist-Run steht für uns erst mal Park-Time auf dem Programm. Im „Central Park“ angekommen, sind die Shaper gerade noch dabei, die letzten Obstacles vom Neuschnee freizukehren und den Kickern den letzten Schliff zu verpassen. Ohne Zögern nimmt jeder von uns eine Schaufel in die Hand und wir alle helfen mit. Hier am Berg sind wir eine große Familie. Dann geht’s endlich los. Wie in Trance denke ich meinen Run noch einmal durch. Zuerst zwei weite 360er über die großen Kicker und dann mit viel Speed zum letzten Rail. Adrenalin durchströmt den Körper, voller Fokus auf den Park und den eigenen Run. Unten angekommen winkt mir Martin Liebmann, einer der „alten Hasen“ unter den Shapern hier am Kitzsteinhorn schon freudig zu. „Ich muss dir etwas zeigen, wir haben seit kurzem eine neue Line.“ Sagt’s und zieht mich schon aus dem Park in Richtung Lift.

Die brandneue Eagle-Line am Kitz
Auf dem Sessellift kommen wir schnell ins Plaudern. Wir kennen uns ja schon lange. Seit einigen Jahren ist Martin nun hier am Kitzsteinhorn und kümmert sich um alle Parks im Gletscher-Skigebiet. Und das sind ja einige. So etwas wie die Eagle-Line gab’s allerdings bisher noch überhaupt nicht. Je mehr Begeisterung ich in den Augen des leidenschaftlichen Snowboarders sehe, desto mehr Vorfreude und Spannung steigt auch in mir hoch. Die „Eagle-Line“ ist eine moderne Funline, die so ziemlich alles bietet, was Spaß macht. Steilkurven, Sprünge, Spezialhindernisse… Einige Male hintereinander nehme ich die Herausforderung an, finde immer wieder neue Facetten und verliebe mich gar ein bisschen in sie. Toll, was Martin und sein Team hier gezaubert haben, denn diese Line ist für wirklich jeden Fahrer ein Riesenspaß. Egal ob Könner oder Anfänger.

Schön langsam werden die Schatten am Kitzsteinhorn länger und länger und die ersten Vorboten des Abends sind schon zu sehen. Ein paar Runs im Park noch, dann verabschieden wir uns von unseren Freunden und ab geht’s zurück ins Tal. Abends liege ich noch eine Zeit lang wach in meinem Bett und lasse den Tag noch einmal Revue passieren. Ist meine Sucht gestillt? Sicherlich nicht für lange…