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Eddy Merckx: Sportler und Ikone

14. Februar 2017

Es gibt nicht viele Sportler, die so berühmt sind, dass eine ganze Generation ihren Namen kennt. Da wäre etwa der große Pelé, Muhammed Ali oder Diego Maradona. Und dann gibt es Eddy Merckx: jenen Sportler, der den Rennradsport der 60er und 70er beherrschte, wie kein Zweiter. In Belgien ist Merckx noch heute ein Nationalheld. Doch was hat seinen Ruhm begründet und was hat der Belgier mit dem SalzburgerLand zu tun?

 

Edouard Louis Joseph Merckx kommt am 17. Juni in der kleinen belgischen Gemeinde Meensel-Kiezegem zur Welt. Der 2. Weltkrieg ist gerade erst zu Ende und die Not in dem kleinen Land ist groß. Bald zieht die Familie um, weil der Vater ein Lebensmittelgeschäft im vornehmeren Brüsseler Vorort Woluwe-Saint-Pierr eröffnet. Schon als Kleinkind hat es Eddy nicht mit dem Stillsitzen. Es zieht ihn zum Sport und er beweist außerordentliches Geschick beim Basketball, Fußball und Tennis. Doch seine Leidenschaft gilt dem Radfahren. Mit vier Jahren habe er gewusst, dass er Profi-Radfahrer werden wolle, sagt Eddy Merckx später. Aus dem Mund eines anderen würde das seltsam klingen, doch wer Eddy Merckx kennt, der weiß, dass er es ernst meint.

Der Champion findet seine Form
Wir schreiben Oktober 1661. Eddy ist sechzehn Jahre alt und gewinnt sein erstes Rennen in der Amateurklasse. „Ich habe gewonnen! Ich habe gewonnen! Ich muss nicht mehr zur Schule gehen“, soll Merckx damals gejubelt haben. Ob es stimmt oder nicht, tut eigentlich nichts zur Sache. Fakt ist: Eddy Merckx lebt für den Radsport. Schon damals. Und er lebt für den Sieg, für den er bereit ist, jeden Preis zu bezahlen. Merckx’ Aufstieg als Radfahrer beweist, mit welchem Ehrgeiz man sein Ziel verfolgen kann. Und sein Ziel ist, der beste Radfahrer der Welt zu werden.

Ab 1961 geht es mit Eddy Merckx’ Karriere steil bergauf. Mit seinen Titeln lassen sich Bücher füllen: Er siegte 1969, 1970, 1971, 1972 und 1974 bei der Tour de France, beim Giro 1968, 1970, 1972, 1973 und 1974, bei der Vuelta 1973. Zudem gewann er siebenmal Mailand-San Remo, zweimal die Flandernrundfahrt, dreimal Paris-Roubaix, fünfmal Lüttich-Bastogne-Lüttich sowie die Weltmeister­schaften der Profis 1967, 1971 und 1974. Die Website „Mémoire du cyclisme“ belegt 525 Siege auf der Straße, 98 Siege auf der Bahn und zwei Siege bei Querfeldein-Rennen.

Kannibale und Schrecken seiner Gegner
In unserer heutigen Sportwelt, in der die Leistungsdichte an der Spitze so nahe bei einander liegt, ist Merckx’ Dominanz kaum mehr vorstellbar. Er beherrschte den Radsport seiner Zeit voll und ganz. Nur wenige versuchten, den Kampf mit ihm aufzunehmen. Diejenigen, die es taten, scheiterten an völliger Verausgabung. Was Merckx so groß machte, war sein Ehrgeiz und seine endlose Gier nach Siegen. Er fuhr Rennen selbst nach Stürzen zu Ende – und gewann. Den Giro d’Italia 1968 beendete er mit einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung – und zwar als Sieger.

Seine Gegner vernichtete Merckx in einer Art, die heute kaum mehr vorstellbar ist: Der Rennradsport der 70er Jahre war für die Fahrer hart und schmerzhaft. Das Quälen des eigenen Körpers gehörte für die Fahrer zum Berufsethos. Und keiner quälte sich so sehr wie Eddy Merckx. Er trieb sich und seine Gegner bis ans Äußerste – körperlich und seelisch. Dafür wurde er bewundert und gefürchtet. Sein Spitzname „der Kannibale“ ist kein Kosename und war es nie. Es schwingt die Angst seiner Konkurrenten mit und das Wissen, es am Ende des Tages nicht mit ihm aufnehmen zu können.

Der Mensch hinter der Legende
So ehrgeizig und hart Eddy Merckx am Rad zu sich selbst und seinen Konkurrenten war, so ausgeglichen und hilfsbereit war er stets im Privaten und ist es bis heute geblieben.  Man wird kaum jemanden finden, der über den mittlerweile 70-jährigen ein schlechtes Wort verliert. Er sei hilfsbereit, gemütlich und humorvoll, ein guter Mensch und ein verlässlicher Partner, sagt etwa sein langjähriger Konkurrent Walter Godefroot in einem Interview. Der ZDF-Kommentator Peter Leissl beschreibt ihn als sympathisch, unkompliziert und nahbar. Ein liebevoller Familienmensch, Ehemann und Vater. Kurz: Eddy Merckx ist einer der Großen: im Sport wie im Leben.

Nach der Karriere
Es ist schwer, sich einen Mann wie Eddy Merckx als Pensionisten vorzustellen. Zu allumfassend ist seine Leidenschaft für den Beruf und für sein Leben als Radrennfahrer. Und so ist Merckx seiner Lebensaufgabe auch mit siebzig Jahren treu geblieben. Noch heute fährt er jede Woche mehrere hundert Kilometer mit dem Rad. Merckx ist und war nach seinem Karriereende außerdem ein erfolgreicher Geschäftsmann. Eddy Merckx Cycles gehört seit 1980 zu den großen Marken im Rennradsport. Wer ein vollständiges Bild von Eddy Merckx zeichnen möchte, der darf auch seine Liebe zum SalzburgerLand nicht vergessen.

Eddy Merckx und sein SalzburgerLand
Seit vielen Jahren kommt Eddy Merckx regelmäßig zum Skifahren in die Alpen. Meist zieht es ihn nach Saalbach-Hinterglemm. Seit zehn Jahren verbindet ihn nun auch der Radsport mit Salzburg: Schließlich gehen jedes Jahr über 1.500 Radrennfahrer bei jenem Rennen an den Start, das seinen Namen trägt: Der Eddy Merckx Classic Radmarathon wird seit 2007 jedes Jahr im SalzburgerLand ausgetragen und Eddy Merckx war bisher noch bei jeder Auflage „seines“ Rennens mit am Start.

Eddy Merckx Classic ging 2016 in die 10. Auflage
So hat man ihn auch am 11. September 2016 in Fuschl am See angetroffen, wo er sich mit seinem Team an den Start machte, Autogramme schrieb und sich bereitwillig mit jenen fotografieren ließ, die sich ein „Selfie“ mit ihrem Idol wünschten. Auch wenn Eddy  Merckx heute nicht mehr ganz vorne mitfährt; man merkt, dass er an seinem Eddy Merckx Classic Radmarathon Spaß hat. Deshalb ist er da. Weil er es mag, wenn der Radsport weiter Zuwachs findet und wenn Begeisterte seinem Ruf folgen. Und weil es ihm im SalzburgerLand so gut gefällt und ihm der österreichische Wein so gut schmeckt. Das wird zumindest erzählt.

Alle Informationen zum Eddy Merckx Classic Radmarathon finden Sie unter www.eddy-merckx-classic.com