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Das Wasser der Stadt Salzburg

7. März 2017

Was kann es an einem sonnigen Sommertag Schöneres geben, als durch die schattigen Gassen Salzburgs zu schlendern, gemütliche Plätze neu zu entdecken und sich einfach treiben zu lassen? Geht man auch noch mit offenen Augen durch das Leben, dann fällt einem sehr schnell auf, dass Wasser generell aus dem Stadtbild der Mozartstadt wohl sehr schwer weg zu denken wäre und dass man dem kühlen Nass und seinen unterschiedlichsten Gesichtern an so ziemlich jeder Ecke begegnet. Sei es in den mächtigen Brunnen, die von einer Zeit erzählen, als die herrschenden Fürsterzbischöfe täglich ihre Wasserreiter zu den Quellen des Untersbergs schickten, am Mönchsberg, wo noch heute ein Großteil des Trinkwassers der Stadt gespeichert wird oder an den entspannten Stadtstränden, wo sich die Menschen der Mozartstadt im Sommer die heiß ersehnte Abkühlung holen. Ich kann mich der Magie des Wassers einfach nicht entziehen. Immer wieder breche ich auf, um auf seinen Spuren durch die Stadt zu wandern und vielleicht die ein oder andere Überraschung zu überleben. Neugierig geworden? Na dann kommen Sie doch einfach mit… 

Die Salzburger Wasserreiter
Der mächtige Untersberg im Süden Salzburgs ist nicht nur einer der mystischsten Berge der gesamten Alpen, aus dem Grundwasserstrom unterhalb des Berges entspring auch der Großteil des Trinkwassers der Stadt. Wer jemals einen Schluck davon gekostet hat, der weiß, dieses Wasser ist von außerordentlicher Qualität und schmeckt vorzüglich. Dies wussten bereits die mächtigen Fürsterzbischöfe, die ab dem 15. Jahrhundert täglich Wasserreiter zu den Quellen im heutigen Fürstenbrunn schickten, um dieses an die fürstlichen Tafeln liefern zu lassen. Entlang der Glan sind sie geritten, mit prächtigen, kräftigen Pferden, die die Last der Fässer kaum spürten und schnell wieder zurück bei Hof in der Residenz waren. Schließlich waren die Fürsterzbischöfe nicht gerade für ihre Geduld bekannt. Noch heute ist der Weg entlang der Glan in die Stadt Salzburg ein äußerst beliebter Wander- und Radweg. Immer den Untersberg im Blick, lässt es sich hier herrlich abschalten. Meter für Meter steigt die Vorfreude auf die immer näher kommende Stadt und die vielen Sehenswürdigkeiten. Der Geschmack des Wassers aus der Untersbergregion scheint die Fürsterzbischöfe wohl wirklich in seinen Bann gezogen haben, denn nicht umsonst bemühte sich Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein (übrigens der Erbauer der Dombögen, des Residenzplatzes und des Domplatzes, einer der ‚Erdenker’ des barocken Bildes Salzburgs) bereits im Jahr 1654, das Quellwasser unter Druck und durch Leitungen in die Stadt zu leiten. Hierfür wurde extra der monumentale Residenzbrunnen, noch heute der größte Brunnen der Stadt, erbaut. Der Versuch scheiterte jedoch kläglich, als die Leitungen schon bei der Eröffnung 1661 den Belastungen nicht standhielten und zerbarsten. Erst 200 Jahre später konnte das Projekt dann auch tatsächlich umgesetzt und das Wasser aus dem Süden in die Stadt geleitet werden. Die heutige Wasserversorgung wurde schließlich 1875 fertig gestellt und beinhaltet neben einer 9,2 Kilometer langen Leitung einen 1.000 m³ fassenden Hochbehälter auf dem Mönchsberg.

Die Salzburger Trinkwasserbrunnen
Ein Spaziergang durch die Stadt Salzburg macht durstig. Schließlich wollen die romantischen Gässchen entdeckt, die Stadtberge erklommen und die vielen tollen Museen besucht werden. Gut, dass sich vielerorts im Stadtgebiet Trinkwasserbrunnen finden, die ebenfalls mit Wasser vom Untersberg gespeist werden. 24 Brunnen sind es an der Zahl. Manche alt, andere gerade erst an das Wassernetz angeschlossen. Auch im Aussehen unterscheiden sie sich sehr, doch alle dienen sie einem gemeinsamen Zweck. Den Durst der Menschen, Einheimische wie Gäste, mit feinstem Gebirgswasser zu stillen. Ein Luxus, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Die Salzburger Stadtstrände
Dass Wasser in der Stadt Salzburg nicht nur zum Trinken da ist, wird spätestens dann klar, wenn man an einem der Stadtstrände vorbeischlendert und sich fragt, woher denn plötzlich all diese Menschen in Badekleidung kommen. In der Mozartstadt gibt es vielerorts Plätze, an denen Strandfeeling aufkommt, sobald die Sonne ihre warmen Strahlen vom Himmel schickt. Will man all diese Strände entdecken, so sollte man am besten aufs Fahrrad steigen und am Almkanal den ersten Halt machen. Sonnenanbeter, die in Gruppen zusammenliegen, den Sommer in seiner schönsten Form feiern und gemütliche Musik lassen keinen Zweifel daran, dass man hier richtig ist. Einige Mutige nehmen bereits ihr erstes Bad im blau schimmernden Wasser, lassen sich von der leichten Strömung treiben und wagen akrobatische Sprünge ins kühle Nass. Überall am Almkanal finden sich lauschige Plätze an dem man sein Handtuch auflegen und sich dem süßen Nichtstun hingeben kann.
Wer ein bisschen mehr Action erleben möchte, der sollte noch ein bisschen weiter stadtauswärts fahren, bis er die Almkanal-Welle erreicht. An der künstlichen Welle stürzen sich Surfer heroisch in die Fluten und reiten auf ihren Boards, als wären sie in Hawaii oder Bali. Doch auch wenn man nicht zu denen gehört, die alles einmal selber ausprobieren müssen, kann man hier eine tolle Zeit verbringen, den Surfern zusehen und dabei den schönen Blick auf den Untersberg genießen.
Noch ein Stück weiter Richtung Süden liegt die Königsseeache. Diese mündet in Niederalm in die Salzach, nachdem sie sich ihren Weg vom bayerischen Königssee über die Grenze ins SalzburgerLand bahnt. Inmitten von grünen Wälder, mit glitzerndem, glasklaren Wasser gesegnet, ist die Ache für die Menschen im Süden der Mozartstadt schon immer etwas ganz Besonderes gewesen. Das Wasser kommt aus der Bergwelt des Watzmanns, ist von bester Qualität und auch im Sommer erfrischend.
Über den Salzachradweg kann man von Niederalm aus wieder zurück in die Stadt fahren. Unbedingt sollte man im Volksgarten einen Halt einlegen und dem Salzbeach einen Besuch abstatten. Karibische Klänge, Beachvolleyball-Plätze, eine Aktiv-Zone mit Laufparcours und Parcours-Park sowie eine Chill-Zone am nördlichen Ufer des Teiches sorgen dafür, dass sich hier die unterschiedlichsten Menschen und Gruppen treffen und Strandfeeling pur aufkommt.
Zurück in der Innenstadt trifft man sich an der Salzach, um warme Sonnenstrahlen im urbanen Umfeld zu genießen und den herrlichen Sonnenuntergang hautnah zu erleben. Der lange Grastreifen am Fluss fällt zum Wasser hin ab und eignet sich besonders gut zum Entspannen. Man sitzt in kleinen Runden zusammen, plaudert und spielt auch schon mal gemeinsam Gitarre.