Sie befinden sich hier » Sommer » Almsommer & Wandern » Weitwandern auf den Spuren des blauen Enzians

Weitwandern auf den Spuren des blauen Enzians

7. März 2017

Wer sich auf die „Spur des blauen Enzians“ begibt, findet sein Glück direkt am Wegesrand: In 120 urigen Almhütten, bei Übernachtungen im Heu oder beim Verzehr von Pongauer Schmankerln. Dabei erzählen der Salzburger Almenweg und seine Hüttenleute immer auch Geschichten vom Glück und von einer vermeintlich längst entschwundenen Welt.

 Der beliebte Rundwanderweg führt einmal quer durch den Salzburger Pongau mit seinen bekannten Ferienregionen wie z.B. der Salzburger Sportwelt, dem Tennengebirge, dem Großarltal, dem Gasteinertal, der Ferienregion Hochkönig, der Salzburger Sonnenterrasse und Obertauern. 25 Orte gibt es im Salzburger Pongau und sie alle sind Talorte des Salzburger Almenweges: Von überall können Wanderer in den 350 Kilometer langen Weitwanderweg einsteigen, allerorts aber auch wieder ins Tal absteigen. 120 Almhütten liegen auf dem Weg und genau dort wird eingekehrt und übernachtet. Wanderer können, müssen aber nicht, zurück ins Tal. Wer sich nach einer längeren Auszeit vom Alltag sehnt, der bleibt einfach oben: In dieser sommerlichen Welt der Almen mit ihren Menschen, Tieren und Geschichten.

31 Etappen für alle, die wandern und bergsteigen möchten
Die Etappen sind überaus abwechslungsreich, unterschiedlich im Schwierigkeitsgrad und verlaufen zu 90 Prozent auf über 1.000 Meter Seehöhe. Viele von ihnen eignen sich für Familien mit Kindern ebenso wie für Einsteiger. Andere wiederum bleiben erfahrenen Bergfexen und Gipfelstürmern vorbehalten. In jedem Fall ist der Salzburger Almenweg ein Weg für alle, die es in die Berge zieht. Die kürzeste Etappe ist nur fünf Kilometer lang und kann in rund 90 Minuten absolviert werden. Für die anspruchsvollsten Etappen mit 21 Kilometern benötigt auch ein trainierter Wanderer bis zu neun Stunden Gehzeit. Zudem können Etappen mit einer zusätzlichen Gipfeltour kombiniert werden: So etwa auf den 2.941 Meter hohen Hochkönig. Auf der übersichtlich gestalteten Internetseite www.salzburger-almenweg.at  finden aber auch „Genussesser“, „Kräutersammler“ und „Panoramafreaks“ genau jene Etappen und Almhütten, die ihren Ansprüchen aufs Beste entsprechen. Zudem finden sich hier zahlreiche Variantenvorschläge für die individuelle Routenplanung.

Mit der ganzen Familie auf den „Spuren des blauen Enzians“
Der Salzburger Almenweg ist bestens markiert: Die blaue Blüte des Enzians weist den Weg über die Berge. Ein besonderer Anreiz, vor allem für Kinder, ist das Sammeln von Wanderstempeln. Die „Bronzene Wandernadel“ wird bereits ab einer Etappe verliehen. Den Stempelpass gibt es in allen Tourismusverbänden der Talorte. Zu den besonders familienfreundlichen Etappen zählen unter anderem die Etappe Nr. 27 zur Moosalm in Filzmoos samt Streichelzoo und Kinderspielplatz. Für noch mehr Abwechslung für die ganze Familie sorgen unterhaltsame Themenwege wie der Weg „Alles Alm“ in Obertauern, „Flori’s Erlebnispfad“ in Flachau oder die beiden Erlebnisberge „Geisterberg“ in St. Johann-Alpendorf und „Wagraini’s Grafenberg“ in Wagrain. Auch Hunde sind auf dem Salzburger Almenweg herzlich willkommen: Auf welchen Hütten man mit Hunden übernachten kann, erfährt man direkt bei den Hüttenbesitzern. Am Arthurhaus am Hochkönig (Etappe Nr. 2) gibt es für Hunde eine eigene Spielwiese samt Schwimmteich und Parcours.

Zu Gast bei den Pongauer Sennleuten
Sie können melken, singen, jodeln, käsen und manchmal sogar zaubern: Die Menschen auf den Salzburger Almen sind ganz besondere Gastgeber und hervorragende Geschichtenerzähler. Sie wissen, wann die beste Zeit ist, um Gämse zu beobachten, kennen die Wetterboten und erzählen die schönsten Sagen und Legenden. Ihnen zuzuhören bedeutet, in eine längst entschwundene, bäuerliche Welt einzutauchen: Sie kennen die Vergangenheit, sind manchmal große Philosophen und verschließen sich dennoch nicht der Zukunft. Bei ihnen einzukehren und ihren Arbeitsalltag kennenzulernen ist ein erdendes Erlebnis. Denn die Alm ist nicht nur ein Klischee: Sie ist eine uralte Kulturlandschaft, die noch heute existiert, weil es engagierte Menschen gibt, die die Traditionen lieben und hochhalten. Und sie für Gäste und Wanderer aus aller Welt erhalten und erlebbar machen. Zu den besonders urigen Hütten zählen u.a. die Tauernkarleitenalm in Obertauern mit der über hundert Jahre alten Rauchkuchl, die 150 Jahre alte Präau Hochalm in Dorfgastein mit der „Flitterwochen-Suite“ und den „Aussteigerkammerln“ sowie die Weissalm mit offener Feuerstelle in Großarl.

Kulinarik, Kräuter und Kraftplätze
Wer wandert, der hat auch Hunger: Welch ein Glück, dass es auf den Salzburger Almen Tradition hat, Wanderer zu verköstigen. Die Milch der Kühe wird gleich an Ort und Stelle und nach überlieferter Rezeptur verarbeitet: Zu würzigem Graukäse, Bergbauernmozzarella oder Knetkäse. Nicht selten wird auch das Brot auf der Alm gebacken, aus den Wildkräutern oder dem Holunder wird Sirup hergestellt, aus Vogelbeeren oder Zirbenzapfen Schnaps gebrannt. Der Speck stammt vom eigenen Hausschwein und die Bauernkrapfen werden im Butterschmalz gebacken. Im Großarltal werden Wanderer in die „Großarltaler Almgeheimnisse“ eingeweiht: Auf jeder Hütte gibt es ein ganz spezielles Gericht wie etwa Kasnocken oder Bauernbratl. Auf zahlreichen Almen bereichern köstliche Kräuter aus dem Bauerngartl oder von den umliegenden Wiesen die Gerichte: So etwa auf den Kräuteralmen am Hochkönig. Auf der Bürglalm, der Pronebenalm oder der Dientalm werden besondere Produkte wie etwa Kräutersalz, Heidelbeeressig oder Heumilchseife hergestellt.
In Filzmoos laden „Kraftplatzwanderungen“ zum Innehalten und Hinspüren ein: 16 Kraftplätze sind es, deren besondere Schwingungen das Abschalten und Auftanken begünstigen.