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Nachhaltigkeit im Tourismus von jeher Hauptziel

9. März 2017

Die Vereinten Nationen (UN) haben das Jahr 2017 zum „Internationalen Jahr des Nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ erklärt. Aus guten Gründen: Der Tourismus zählt weltweit zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, schafft Arbeitsplätze und Wohlstand. Doch die Reiseindustrie hat von jeher ihre Schattenseiten. Aufgrund der langen Geschichte des Tourismus im SalzburgerLand entwickelte er sich hier langsam, vorausschauend und unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten. Der Natur als wertvolle Ressource kam dabei immer eine wichtige Rolle zu. Das enge Miteinander von Touristikern, Politikern, Wissenschaftlern, Vereinen, Landwirten und Naturschützern schuf ideale Voraussetzungen für eine Tourismusregion, in der umweltbewusstes Reisen zum guten Ton gehört.

Das SalzburgerLand ist Vorreiter in Sachen „Green Travelling“
Das SalzburgerLand zählt zu den nächtigungsstärksten Bundesländern Österreichs. Dennoch hat man das Land und seine Leute niemals „ausverkauft“. So, wie vor hundert Jahren, als die ersten Urlauber zur Sommerfrische kamen, steht das SalzburgerLand noch heute für echte und herzliche Gastfreundschaft, für eine schützenswerte Naturlandschaft, für glasklares Wasser, saubere Luft und ein intaktes Leben. Trotz der Errichtung von Skigebieten spielt die Natur die erste Rolle, trotz reger touristischer Orte reagiert die Authentizität. Die neue Sommer­kampagne „Still oder Prickelnd“ spiegelt den Reichtum an natürlichen Ressourcen, die Vielfalt des Angebots und die Virtuosität der Menschen im SalzburgerLand wider. Bei einem Urlaub wird diese Palette an Möglichkeiten erlebbar: Ob in aller Ruhe, mit viel Action, bei Hochkultur oder Brauchtum, beim Skifahren oder Wandern.

Reines Wasser, klare Luft und die Aktion „Saubere Berge“
Umwelt, Luft und Boden werden im SalzburgerLand nach strengen Richtlinien geschützt, um die Lebensqualität auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Natur-, Wasser- und Klimaschutz werden nicht nur propagiert, sondern pro-aktiv umgesetzt. Kleine Schilder am Wegesrand oder im Hotel mit Sprüchen „Haltet unsere Berge sauber“ oder „Handtücher auf dem Halter: Ich benutze sie ein weiteres Mal!“ sind freundlich gemeinte Aufforderungen an Gäste, sich aktiv am Umweltschutz zu beteiligen. Die natürlichen Ressourcen im SalzburgerLand sind so wertvoll wie sensibel. So etwa ist das frische und reine Wasser ein Garant für unzählige Urlaubserlebnisse. Salzburgs Wasser­schatz, tief verborgen in den Bergen und gespeist von Gletschern, ist unermesslich. Seen, Gebirgsbäche und Quellen verfügen über Trinkwasserqualität. Im gesamten SalzburgerLand kommt frisch aus dem Wasserhahn feinstes Trinkwasser. Auch die klare und saubere Luft ist ein kostbares Gut. Jährlich werden rund zwei Millionen Euro in eine gute Luftqualität in Salzburg investiert. Auf vielen Autobahnen gilt nach dem „Immissionsschutzgesetz Luft“ Tempolimit 80 bzw. 100. In den „Alpine Pearl“-Orten Werfenweng und Neukirchen am Großvenediger wird besonderer Wert auf sanfte Mobilität mit möglichst geringem CO2-Abdruck gelegt. Salzburgs Berge und mehr als 500 bewirtschaftete Almen sind ein einzigartiger Erlebnisraum, der Naturliebhabern unzählige Möglichkeiten bietet. Bereits seit 1970 gibt es die Aktion „Saubere Berge“ im Alpenverein. Die sachgerechte Entsorgung von Abfällen ist für die meisten – am Berg und auch im Tal – eine Selbstverständlichkeit.

„ECHT.SEIN“ im UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau
Seit 2012 ist der Salzburger Lungau UNESCO-Biosphärenpark und damit der größte seiner Art in Österreich. Diese Auszeichnung garantiert eine nachhaltige und naturfreundliche Nutzung der gesamten Region und unterstreicht die Einzigartigkeit der Landschaft. Mehr als die Hälfte aller Lungauer Bauern arbeiten nach biologischen Richtlinien. Der Lungau kann viele Besonderheiten vorweisen: So etwa den größten zusammenhängenden Zirbenwald Europas oder die größte Dichte an Bergseen. Im Lungau wird Tourismus originär mit höchster Sensibilität gelebt, wodurch er als beispielhaftes Vorzeigeprojekt für nachhaltige Tourismusformen gilt. Mit der neuen Kampagne „ECHT.SEIN – Salzburger Lungau | Urlaub, der erdet“ geht man der Region ab 2017 neue Wege in Sachen „Digital Detox“ und „Auszeit vom Alltag“. Die Gastgeber der teilnehmenden Betriebe haben hier ihre Wurzeln oder sie haben sich ganz bewusst für den Lungau als neue Heimat entschieden. Zum Angebot zählen einsam gelegene Selbstversorgerhütten auf 1.900 Meter Seehöhe und ohne Handy-Empfang, uralte Bauernhöfe, traditionsreiche Gasthäuser und innovative Wellnesshotels. Die Gastgeber bieten ungewöhnliche „Auszeiten“ an: So etwa Wildtierbeobachtungen im eigenen Jagdrevier, Räucherkurse, Kräuterspaziergänge mit Esel, Bergseewanderungen mit Hüttenübernachtung, Brotbackkurse, Yoga-Workshops oder Kneippen im Wald.

Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern vertritt Österreich bei der UNO
Der Nationalpark Hohe Tauern ist das größte Naturschutzgebiet Zentraleuropas und erstreckt sich über die Bundesländer Salzburg, Kärnten und Tirol. Im SalzburgerLand gibt es 20 Nationalparkorte in 13 Nationalparktälern. Im „Internationalen Jahr des Nachhaltigen Tourismus“ leistet die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern im SalzburgerLand den „alpinen Beitrag“ für Österreich. In der Region gibt es viele Vorzeigeprojekte wie etwa die „Nationalpark Sommercard Mobil“, die Gäste dazu einlädt, ihr Auto in den Urlaub zu schicken: Die All-Inklusive-Karte ermöglicht die kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Tälertaxis sowie ganz neu die kostenlose Nutzung des „Glocknerbusses“ zur Befahrung der Großglockner Hochalpenstraße. Bei der EXPO 2015 in Mailand waren die Großglockner Hochalpenstraße und der Nationalpark Hohe Tauern im klimaneutralen Österreich-Pavillon mit dem interaktiven Memory-Spiel „breathing.memory“ vertreten. Die Besucher erspielten dabei 50.000 Bäume für ein Wiederaufforstungsprojekt: Tannen, Fichten, Lärchen, Bergahorn und Zirben wurden daraufhin allesamt auf Salzburger Boden gepflanzt.

Das SalzburgerLand ist Europameister in Sachen „Bio“
Als Österreich Mitte der 1990er Jahre der EU beitrat, besann man sich in der Landwirtschaft auf die eigenen Stärken: Das SalzburgerLand konnte sich mit seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft und der hohen Qualität der erzeugten Lebensmittel als „Feinkostladen Europas“ positionieren. Mittlerweile werden mehr als die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Flächen im SalzburgerLand biologisch oder biologisch-dynamisch nach Demeter bewirtschaftet. Beispiellos in Europa! Der Ort ist mit 80 % Bio-Bauern Österreichs erstes Bio-Dorf und wurde 2015 mit dem Österreichischen Klima­schutzpreis ausgezeichnet. Im Jahr 2009 wurde die Angebotsgruppe BioParadies SalzburgerLand gegründet: Diese umfasst mittlerweile 32 Hotels, Restaurants, Gastro­nomie- und Landwirtschafts­betriebe sowie 29 Schaubauernhöfe. Der Genuss-Guide „Via Culinaria“ wurde im Frühling 2017 um den neuen „Genussweg für Bio-Genießer“ erweitert: Er umfasst 17 Adressen, die nicht nur Bio-Liebhaber begeistern, sondern alle, die Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit legen.

Echte und herzliche Gastfreundschaft seit über 100 Jahren
In zahlreichen Fällen haben im SalzburgerLand Einheimische und Gäste über Generationen ein inniges Verhältnis zueinander aufgebaut. Die vielen familiengeführten Hotels, die heute unter anderem zu den besten Wellnesshotels Europas zählen, haben sich nicht selten aus kleinen Bauernhöfen mit Fremdenzimmern oder Privatpensionen entwickelt. Beispielhaft können dafür das 5-Stern-Hotel Forsthofgut oder das Lifestyle-Hotel Der Krallerhof in Leogang angeführt werden. Die Tourismuslandschaft im SalzburgerLand ist gewachsen und gut verwurzelt.

Bewahrung und authentische Weitergabe von Kultur und Brauchtum
Im SalzburgerLand wird nichts verkitscht oder inszeniert. Ganz im Gegenteil: In der Angebotsentwicklung wird sehr genau darauf geachtet, das Einzigartige und Schöne zu unterstreichen und Bräuche und Traditionen authentisch weiterzugeben. Landestypische Bräuche oder Besonderheiten aus dem bäuerlichen Leben haben durch eine einfühlsame touristische Vermarktung sogar eine Renaissance erfahren. Die Einheimischen selbst wurden sich ihrer eigenen Traditionen etwa durch den „Salzburger Bauernherbst“ wieder bewusst. Seit 2003 wird der „Salzburger Almsommer“ touristisch beworben und alljährlich mit einem großen Fest eröffnet. Die Almwirtschaft erhielt dadurch wichtige Impulse. Die Bauern wurden mit ihrem großen Angebot von selbst gemachten Produkten und ihrem Beitrag zur Erhaltung der Naturlandschaft auch für Gäste sichtbar: Mit den Einnahmen können zum Teil uralte Almhütten erneuert und erhalten werden. Lisi Matieschek von der Mayerlehenhütte auf der Gruberalm formuliert es so: „Hätten wir keine Tiere hier oben, würde man von den Weideflächen sehr schnell nichts mehr sehen. Der Kulturraum würde verloren gehen. Der Wandertourismus, der sich Mitte der 1980er Jahre entwickelt hat, ist wichtig für uns, um die Alm aufrechterhalten zu können. Die Almbauern bekommen dadurch eine neue Chance und die Alm eine höhere Wertschätzung.“

Ausbildung, Studium und Forschung im Bereich Tourismus
Die Tourismusschulen im SalzburgerLand zählen zu den besten weltweit. Damit ist gesorgt, dass immer eine neue Riege an bestens ausgebildeten, jungen Menschen in den Bereichen Küche, Service, Hotel- und Gastgewerbe am Start steht. Die heimische Gastronomie und Hotellerie gehört zu den wichtigsten Lehrlingsausbildnern, die Lehrlinge zur Weltspitze. Ein Arbeitsplatz in Hotellerie und Gastronomie verfügt über Ansehen und bietet beste Karriere- und Zukunftsaussichten.
An der Fachhochschule Salzburg im Studienlehrgang „Innovation & Management im Tourismus“ genießen künftige Tourismusexperten für die Bereiche Hotel- und Destinationsmanagement, Gastronomie, Eventmanagement, für Freizeitbetriebe, Ferienanlagen und in der Kongress- und Tourismusorganisation eine exzellente touristische und wirtschaftliche Ausbildung auf internationalem Niveau.
Auch an der Universität Salzburg nimmt man sich seit Jahren des Themas Tourismus an. In der Abteilung Soziologie stellt die Tourismusforschung ein klassisches Forschungsfeld dar. In den letzten Jahren wurde eine neue und die derzeit einzige deutschsprachige tourismuswissenschaftliche Zeitschrift gegründet. Ebenfalls an der Universität Salzburg / Abteilung Transkulturelle Kommunikation gibt es einen UNESCO Lehrstuhl „Kulturelles Erbe und Tourismus“. Alljährlich findet das „Salzburger Tourismusforum“ statt.