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200 Jahre „Stille Nacht! Heilige Nacht!“: Ein Lied wird gefeiert

10. Oktober 2017

Am 24. Dezember 1818 sangen Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber zum ersten Mal das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in Oberndorf bei Salzburg. Von dem jungen Salzburger Hilfspfarrer Mohr stammte das Gedicht, die Melodie komponierte der aus Oberösterreich stammende Lehrer und Organist Gruber. Zweihundert Jahre später wird das Lied von rund zwei Milliarden Menschen in über 300 Sprachen und Dialekten auf der ganzen Welt gesungen. „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ist UNESCO-Weltkulturerbe und Weltfriedenslied, internationales Kulturgut und musikalisches Erbe. Das große Jubiläum wird in den 13 Stille-Nacht-Orten im SalzburgerLand, in Tirol und in Oberösterreich gebührend gefeiert: Mit Museums-Neueröffnungen, Sonderausstellungen in Salzburg und Linz, einem neuen Bühnenstück und zahlreichen Veranstaltungen. Gäste aus aller Welt kommen in den Genuss eines echten, unverfälschten Urlaubserlebnisses auf den Spuren von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.

Im November 2017 geht die neue „Stille Nacht! Heilige Nacht!“-Jubiläums-Webseite online. Sie ist das erste offiziell sichtbare Zeichen, mit dem die Feierlichkeiten für das bekannteste Weihnachtslied der Welt eingeläutet werden. 13 Stille-Nacht-Orte gibt es in den Bundesländern Salzburg, Tirol und Oberösterreich: Das Jubiläum ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem Besucher aus aller Welt teilhaben sollen. Nur wenige Menschen wissen, dass die Ursprünge des Weihnachtsliedes im SalzburgerLand liegen, dass Franz Xaver Gruber in Oberösterreich geboren und aufgewachsen ist und dass die Verbreitung des Liedes über Tirol erfolgte. Noch heute ranken sich viele Legenden um das Lied, etwa dass dieses von Michael Haydn komponiert worden war oder ein amerikanisches Volkslied sei.

Entstehung und Verbreitung des Liedes
Der in Salzburg geborene Joseph Mohr schrieb als junger Hilfspriester bereits im Jahr 1816 in Mariapfarr im Salzburger Lungau die berührenden Gedicht-Strophen „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Zwei Jahre später lernte er in Oberndorf bei Salzburg den Lehrer Franz Xaver Gruber kennen und händigte ihm eigenständig das Gedicht mit der Bitte aus, dazu eine Melodie zu komponieren. Vorgetragen wurde es von den beiden in der St. Nikola-Kirche in Oberndorf.

Über den Zillertaler Orgelbauer Carl Mauracher gelangte das Lied nur wenige Jahre danach nach Tirol, wo Anfang der 1830er Jahre das Tiroler Nationalsängertum entstand. Hochmusikalische Bauernfamilien zogen als fahrende Warenhändler durch Europa und traten vor Publikum auf. Vor allem die Geschwister Strasser und die Rainer-Sänger aus dem Zillertal machten das Lied international bekannt: Von Europa, über Amerika und bis nach Russland. Die weitere Verbreitung erfolgte über Missionare.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ gleicht einer Friedensbotschaft, die sich wie ein Lauffeuer rund um die Welt verbreitete. Heute gibt es kaum jemanden, der die besinnliche Melodie nicht kennt.

Das Lied „sinnlich“ erleben in den 13 Stille-Nacht-Orten
In vielen der 13 Stille-Nacht-Orte wird dem Lied schon seit langer Zeit mit Museen, Ausstellungen oder Gedenktafeln und Kapellen gedacht: Zum großen Jubiläum werden diese Bestrebungen noch intensiviert, um das Lied besser erfahr- und erlebbar zu machen.
Eine Reise auf den Spuren von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ verspricht spannende Einblicke in historische Hintergründe, in Kirchen-, Musik- und Kunstgeschichte, in Architektur und regionaltypische Besonderheiten. Und sie verspricht ein sinnliches Erlebnis für alle, die das Lied kennen und lieben.

Die 7 Stille-Nacht-Orte im SalzburgerLand auf einen Blick: 

  • Stadt Salzburg: Geburtsort von Joseph Mohr / Geführte Stille-Nacht-Stadtführungen
  • Arnsdorf: Wohnort von Franz Xaver Gruber / Stille-Nacht-Museum, Wallfahrtskirche
  • Oberndorf: Erstaufführungsort / Stille-Nacht-Museum, Gedächtniskapelle im Stille-Nacht-Bezirk
  • Hallein: letzter Wohnort und Grab von F. X. Gruber / Stille-Nacht-Museum (aktuell auf Grund der Neugestaltung geschlossen), Singen am Grubergrab
  • Mariapfarr: erste Einsatzstelle von J. Mohr / Stille-Nacht-Museum, Wallfahrtskirche
  • Hintersee: erste selbstständig verwaltete Pfarre von J. Mohr / Stille-Nacht-Museum, Kapelle, Weg
  • Wagrain: letzte Einsatzstelle und Grab von J. Mohr / Neues Stille-Nacht-Museum, Themenweg

Die 3 Stille-Nacht-Orte in Oberösterreich auf einen Blick: 

  • Hochburg-Ach: Geburtsort von F. X. Gruber / Museum, Franz-Xaver-Gruber-Friedensweg, Historienspiel am dritten Adventwochenende
  • Ried im Innkreis Ausbildungsort von F. X. Gruber / Original-Stille-Nacht-Krippe im Museum Innviertler Volkskundehaus
  • Steyr: ältester überlieferter Textdruck des Liedes / Replik des Textdruckes im Weihnachtsmuseum (ab 2018)

Die 3 Stille-Nacht-Orte in Tirol auf einen Blick: 

  • Fügen: Heimat von C. Mauracher und der Rainer Familie / Heimatmuseum, Gedenktafeln
  • Hippach: Heimat der Geschwister Strasser / Heimatmuseum im Strasser-Häusl
  • Region Achensee: Heimat von Nationalsänger Ludwig Rainer / Ausstellung, Kapelle, Grabstelle

Die Highlights im Jubiläumsjahr 2018

  • In insgesamt neun Stille-Nacht-Orten und -Museen – darunter auch im Salzburg Museum – ist von 29. September 2018 bis 2. Februar 2019 die dezentrale Landesausstellung „Stille Nacht 200“ zu sehen. Die Museen in Salzburg, Arnsdorf, Oberndorf, Hallein, Wagrain und Mariapfarr zeigen unterschiedlichste Facetten des Liedes und dessen Schöpfer, in Hintersee widmet sich ein neuer Themenweg dem Lied. Über die Salzburger Landesgrenzen hinaus sind bei der Ausstellung auch Hochburg-Ach (Oberösterreich) und Fügen (Tirol) mit dabei.
  • Am 24. November 2018 feiert das neue Bühnenstück mit dem Titel „Meine Stille Nacht“ in der Felsenreitschule Premiere. Die Produktion bietet alle Voraussetzungen, um „Broadway“-Feeling nach Salzburg zu bringen. Der amerikanische Filmkomponist und Emmy-Preisträger John Debney („Ice Age“, „Sin City“, „The Jungle Book“) komponiert die Musik. Das Drehbuch verfasst Autorin, Regisseurin und Musikerin Hannah Friedman. Andreas Gergen, bekannt von der Erfolgsproduktion „The Sound of Music“, führt Regie.
  • Von 1. Dezember 2018 bis 2. Februar 2019 widmet sich die Sonderausstellung „Weihnachtliches Singen“ im Schlossmuseum Linz den Jubiläen 200 Jahre „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ und 135 Jahre „Es wird scho glei dumper“. Neben der Geschichte der weihnachtlichen Liedkultur in Oberösterreich werden in der Sonderausstellung die Oberösterreich-Bezüge dieser beiden international beliebten Lieder aufgezeigt.

Eine Reise auf den Spuren des Liedes
Das SalzburgerLand, Oberösterreich und Tirol sind ein Paradies für Advent- und Winterliebhaber. Romantische Christkindl- und Adventmärkte, die meist am letzten Novemberwochenende ihre Pforten öffnen, lassen sich mit den Jubiläumsveranstaltungen von „Stille Nacht! Heilige Nacht! wunderbar kombinieren. Ebenso zahlreiche weitere Aktivitäten wie Skifahren, Naturerleben oder ein Besuch in der Therme.