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Neuer „Weg der Kostbarkeiten“ im SalzburgerLand

26. März 2018

Im Mai 2018 wird der neue, grenzüberschreitende „Weg der Kostbarkeiten“ offiziell eröffnet: Dann können sich kunstsinnige und kulturinteressierte Urlauber und Einheimische auf die Spuren von sechs berühmten Künstlern machen, die einen engen Bezug zum Salzburger Pinzgau haben. Zu ihnen zählen Michael Hofer, Anton Faistauer, Alfred Kubin, Josef Stoitzner, Alfons Walde und Gottfried Salzmann. Werke der sechs Meister sind im Rahmen von Dauerausstellungen – zum Teil mit wechselnden Leihgaben – in den Museen vor Ort und anhand von Erlebniswegen zu sehen.

Es sind weltberühmte Namen, die das SalzburgerLand und das angrenzende Tirol hervorgebracht haben: Anton Faistauer, einer der bedeutendsten österreichischen Maler der Moderne, wurde in Maishofen geboren und verbrachte hier seine Jugend. Nicht weit davon entfernt in Zell am See verlebte Alfred Kubin seine Kindheit – immer wieder kam er gerne hierher zurück. Aus Saalfelden stammt der zeitgenössische Aquarellist Gottfried Salzmann, der von Sammlern und Galerien international hochgeschätzt wird, heute in Frankreich lebt und arbeitet, aber nach wie vor einen engen Kontakt zu seiner Heimatgemeinde pflegt. Michael Hofer und Alfons Walde – beide gebürtig in Kitzbühel – haben fast ein ganzes Leben lang in ihrer Heimat gelebt und die prachtvolle Naturkulisse und die Menschen als Inspiration und Vorlage genutzt. Der Wiener Josef Stoitzner hingegen fand in Bramberg seinen Seelenort und seine Wahlheimat.

Eine individuelle Museumsrundreise für Kulturinteressierte
Der „Weg der Kostbarkeiten“ verbindet sechs Orte miteinander und verweist auf die hohe Dichte an Künstlern, die diese Region hervorgebracht bzw. inspiriert hat. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Pinzgau und dem angrenzenden Bezirk Kitzbühel ist zugleich eine Erinnerung an die gemeinsame Geschichte des Erzstiftes Salzburg. Der „Weg der Kostbarkeiten“ soll interessierte Menschen dazu anregen, sich mit diesen Malern, ihrem Leben und Werk zu beschäftigen. Die Museumsrundreise kann individuell unternommen werden: Etwa ausgehend von Saalfelden über Maishofen, Zell am See und Bramberg weiter über den Pass Thurn nach Kitzbühel und zurück über den Grießenpass nach Leogang und Saalfelden. Insgesamt ist die Runde damit ca. 146 Kilometer lang. In engagierten Ausstellungen beleuchten die örtlichen Museen das Werk dieser Künstler und bieten Kulturgenuss auf höchstem, internationalem Niveau.

Die sechs Künstler und ihre Orte der Inspiration – ein Überblick:

Gottfried Salzmann im Museum Schloss Ritzen in Saalfelden
Die Bilder des 1943 in Saalfelden geborenen Aquarellisten Professor Gottfried Salzmann sind weltbekannt und mehrfach prämiert. Als Aquarellist setzte Salzmann gültige Standards: Er entwickelte das Genre in fantastischer Form weiter und wird international von Galerien und Sammlern geschätzt. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole Bottet und Tochter Nieves Salzmann – ebenfalls beide Künstlerinnen – lebt er in Frankreich, hält aber engen Kontakt zu seiner Heimatgemeinde. Dank einer großzügigen Schenkung durch die österreichisch-französische Künstlerfamilie Salzmann-Bottet konnte 2013 im Museum Schloss Ritzen in Saalfelden die „Salzmann-Galerie“ eingerichtet werden. Die Ausstellung variiert laufend durch neue Leihgaben der Künstler. www.museum-saalfelden.at

Anton Faistauer in der Stablbergkapelle und am Erlebnisweg in Maishofen
Anton Faistauer (1887 – 1930) gilt als einer der bedeutendsten – wenn nicht sogar der bedeutendste – Salzburger Maler der jüngeren Geschichte und war Wegbereiter der modernen Malerei in Österreich. Die Natur war prägendes Element seiner Kindheit in Maishofen, wo er lange Zeit gelebt hat. Die Ruhe und Kraft von Faistauers Bildern bewirken, dass sie auch heute Betrachter noch tief berühren. Seine Auffassung von der Einheit „Gott-Kosmos-Natur“ macht sein Werk sowohl verständlich als auch kostbar. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt Salzburg Faistauers Lebensmittelpunkt. In Maishofen zieren Faistauers Fresken aus dem Jahr 1909 das Innere der Stablbergkapelle. Der Erlebnisweg „Auf den Spuren des Malers Anton Faistauer“ ist acht Kilometer lang und umfasst zehn Stationen mit interessanten Detailinformationen über den Künstler. www.maishofen.com

Alfred Kubin im Kulturzentrum Lohninghof in Thumersbach in Zell am See-Kaprun
Verstörende und schaurige Szenen zwischen Realität und Traum mit Motiven der Schwarzen Romantik prägen das Werk des Expressionisten Alfred Kubin (1877 – 1959), das über 20.000 Zeichnungen, Grafiken und Illustrationen umfasst. Seine „kubineske“ Welt bezieht sich mitunter auf Kindheitserinnerungen in Zell am See. Die hiesige Natur war für den Künstler ein stärkendes und anregendes Element. Auch war er das einzige österreichische Mitglied der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“. Er illustrierte rund 170 literarische Werke und veröffentlichte 1909 seinen Roman „Die andere Seite“. Die Dauerausstellung „Traum & Wirklichkeit“ im Lohninghof im Thumersbach in Zell am See-Kaprun zeigt 60 hochwertige Reproduktionen: In einigen der Zeichnungen nimmt er direkt Bezug auf Zell am See und dort erlebte Ereignisse. Auch auf dem Themenweg „guestbook“ in Thumersbach begegnet man Alfred Kubin und einem seiner Fabelwesen als überdimensionale Installation. Der Weg umfasst sechs Stationen und thematisiert namhafte Persönlichkeiten, die ihre Spuren in Thumersbach hinterlassen haben, so etwa Stefan Zweig oder Paul Wittgenstein. www.lohninghof.at

Josef Stoitzner im Museum Bramberg
Die Werke des Wiener Naturmalers und Stimmungsimpressionisten Josef Stoitzner (1884-1951) finden sich unter anderem im Oberen Belvedere und in der Albertina in Wien. Im Museum Bramberg in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern sind rund 20 Werke ausgestellt, denn in dem kleinen Ort fand Josef Stoitzner nicht nur seine Liebe – er heiratete die Arzttochter Anna Millinger – sondern auch seine Wahlheimat. Schon als Jugendlicher kam Stoitzner mit seiner Familie zur Sommerfrische in den Pinzgau: 1943 übersiedelte er mit seiner eigenen Familie von Wien hierher. Josef Stoitzner schaffte in seinem Malstil einen unverwechselbaren und konsequenten ästhetischen Blick auf die Natur, die er ohne menschliche Eingriffe zeigte. Seine besondere Vorliebe für Bäume in verschiedenen Jahreszeiten brachte ihm den Beinamen „Anatom der Bäume“ ein. www.museumbramberg.at

Michael Hofer im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang
Der gebürtige Kitzbüheler Michael Hofer (1834 – 1916) war Absolvent der Münchner Akademie der bildenden Künste und ab 1859 im Montanwesen in Leogang beschäftigt. Trotz seiner Tätigkeit als Betriebsleiter der Kobald-Nickel-Werke war die Malerei ein wichtiger Teil seines Lebens, den er aber rein privat ausübte: Seine ausschließliche Inspirationsquelle war die Natur, in der er als Bergwerksverwalter und Hüttenchemiker viel zu Fuß unterwegs war. So enstanden eine Vielzahl von Ölskizzen und Zeichnungen, die sich durch besondere Detailtreue, Spannung und Großzügigkeit auszeichnen. Das hoch angesehene Bergbau- und Gotikmuseum Leogang widmet Michael Hofer eine ständige Werkschau mit Ölskizzen, Zeichnungen und Landschaftsstudien. Das innovative Fachmuseum befindet sich in einem 1593 errichteten Bergverwalterhaus und widmet sich unter dem Motto „Blühender Bergbau = Blühende Kunst“ der Wechselwirkung zwischen Bergbau und Kultur. www.museum-leogang.at

Alfons Walde im „Museum Kitzbühel – Sammlung Alfons Walde“
Der Kitzbühler Maler und Architekt Alfons Walde (1891 – 1958) machte in den 1920er Jahren das Sportsujet mit Bergen, Ski und Schnee salonfähig. Die Themen Wintersport und vor allem Skifahren erfuhren durch ihn eine meisterhafte Behandlung und Walde trug mit seinen Winterlandschaften wesentlich zum Image Tirols als Wintersportdestination bei. Alfons Walde gilt als bedeutender Vertreter der österreichischen Moderne und ist bis heute Besteller auf dem Kunstmarkt. Sein der klassischen Moderne und der Neuen Sachlichkeit verpflichteter Stil zeichnet sich durch enorme expressive Kraft, starke Kontraste und modellierte Plastizität aus. Alfons Walde gründete einen eigenen Kunstverlag, ab den späten 1930er Jahren widmete er sich überwiegend architektonischen Projekten. Sein 1929 erbautes Haus am Hahnenkamm ist denkmalgeschützt und Zeugnis des Tiroler alpinen Stils. Das „Museum Kitzbühel – Sammlung Alfons Walde“ zeigt rund 60 Gemälde sowie über 100 Grafiken, Zeichnungen, Fotografien und Druckgrafiken des Kitzbühlers. www.museum-kitzbuehel.at