Waldbaden im Gasteinertal

Alpines „Waldbaden“ im SalzburgerLand

Rezeptfreie Gesundheitsfürsorge mit erwünschen Nebenwirkungen

Eine Wanderung durch den Wald tut den Menschen gut. Weil sie sich dadurch entwickelt haben und sich ihre genetische Ausstattung bis heute an diesen Naturraum erinnert. In Japan geht man schon seit den 1980er Jahren bewusst in den Wald zum Shinrin Yoku. Mittlerweile gilt das „Waldbaden“ auch in Mitteleuropa als Gesundheitstrend. Im SalzburgerLand gibt es zahlreiche Angebote, im Rahmen derer sich Menschen der Natur bewusst annähern können. In Bad Hofgastein beispielsweise ist geplant, den Ort in den nächsten Jahren als „Wald-Therapiezentrum“ zu positionieren. Denn der Natur- und Lebensraum Wald im SalzburgerLand weist einige außerordentlich heilsame Besonderheiten auf.

Natur- und Lebensraum Wald

Zwei „Alpine Spa Forest Bathing“-Wanderwege gibt es in Bad Hofgastein. Der eine führt in der Tradition der Goldknappen ins Angertal, der andere folgt dem Wasserfallweg vom Ortszentrum zur Annenkapelle. Eine kostenlose Broschüre gibt Auskunft über die Stationen und enthält allgemeine Tipps zum vitalen Waldbaden. Denn dieses unterscheidet sich wesentlich von einem herkömmlichen Spaziergang durch den Wald, wie Naturdenkerin Sabine Schulz erklärt. Sie hat die beiden Wege gemeinsam mit dem Tourismusverband konzipiert und entwickelt: „Der Unterschied zwischen einer Wanderung und dem Waldbaden heißt Natur-Resonanz bzw. NATURESPONSE®. Dabei wird Bezug auf konkrete Naturplätze, deren Optik und andere Qualitäten, die mit Sinnen wahrnehmbar sind, genommen. In Bad Hofgastein wurden für die Wege zwischen den Stationen zwei verschiedene Geh-Varianten konzipiert. Natur-Resonanz-Übungen bestehen aus Bewegungen, Atemübungen sowie Gedankenimpulsen passend zu den Naturplätzen und weiteren übergeordneten Themen. Auf diese Weise wirken Körper, Gedanken und ‚Herzliches‘ zusammen.“

Keine Angst, niemand muss einen Baum umarmen!
Die Wege sind leicht zu erwandern und die beschriebenen Stationen einfach aufzufinden. An einer davon wird man beispielsweise aufgefordert, die eigene Mitte mithilfe von Atemübungen zu spüren, an einer anderen wiederum geht es darum, sich von Altem zu lösen und loszulassen. Das Erklimmen von Baumstümpfen soll dabei helfen, neue Perspektiven zu gewinnen, beim Durchschlüpfen von „Paar-Bäumen“ darf Altes abgestreift werden. Spielerisch und ganz ohne Druck kann sich so jeder ganz individuell auf den Wald einlassen. Eva Irnberger, Geschäftsführerin des Kur- & Tourismusverbandes Bad Hofgastein gibt Entwarnung für Skeptiker. „Keine Angst, niemand muss bei uns Bäume umarmen“, schmunzelt sie. „Gäste können sich in eine Welt entführen lassen, die ihnen mit Sicherheit sehr guttut. Unsere Wälder eigenen sich hervorragend, um zu sich selbst zu finden.“

Wirksame Gesundheitsfürsorge bei Dr. Wald
„Spaziergänge im Wald sind so alt wie die Menschheit. Seit neuestem konkret erforscht sind viele positive Wirkungen wie etwa das intensive Einatmen der Baum-Terpene und weiterer Aromastoffe. Es befreit die Bronchien, senkt den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel, erhöht die Immunabwehr sowie Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisstärke und erleichtert zugleich die Entspannungsfähigkeit. Die typischen Waldgerüche lösen zudem evolutionsbedingt ein wohltuendes ‚zu-Hause-Gefühl‘ aus“, zitiert Sabine Schulz aktuelle Studien. „Alpine Spa Forest Bathing richtet sich an alle Naturliebhaber und Wanderfreunde sowie darüber hinaus an alle Menschen, die über ihre Gesundheitswünsche in die Natur kommen möchten. Waldbaden wird so zur neuen Gesundheitsfürsorge.“

Salzburgs Wälder bieten „Waldtherapie PLUS“
Doch was ist das Besondere, das Salzburgs Wälder gar so kraft- und wirkungsvoll werden lässt? Univ.-Doz. Dr. Arnulf Hartl ist Leiter des 2015 gegründeten Instituts für Ecomedicine an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Thematik befasst: Das Besondere im SalzburgerLand ist, dass der Wald im Kontext der Berge wirken kann. Die verschiedenen Höhenlagen bieten zu jeder Jahreszeit unterschiedliche Naturräume, die unserem Körper und der Psyche guttun. Die Dreidimensionalität der Berge in Kombination mit dem aktiven Durcharbeiten des Körpers auf den Wanderwegen und dem Wirkungsspektrum des Waldes ist einzigartig. Außerdem kommt hier noch der Faktor Wasser hinzu – in Form von zahllosen Quellen, Bächen, Seen und Wasserfällen – die unsere Natur- und Schutzgebiete einzigartig machen. Das SalzburgerLand bietet sozusagen eine ‚Waldtherapie Plus‘.“

Weitere „Waldbaden“-Angebote im SalzburgerLand:

  • Waldbaden mit Mag. Elke Maria Renner, “Kursleiterin für Waldbaden – Achtsamkeit im Wald” des „Netzwerks Waldbaden“; Kurse in Waldgebieten in und rund um die Stadt Salzburg. Kontakt: T +43 664 8641605
  • Waldbaden mit der diplomierten Gesundheitstrainerin Marion Neumann im UNESCO-Biosphärenpark Salzburger Lungau. Kontakt: fuelle-der-natur.at
  • Waldbaden im Salzburger Lungau mit einer theoretischen Einführung inkl. Skript, einem Spaziergang sowie Übungen zum Naturwahrnehmen. Jeden Freitag im Juli und August sowie an ausgewählten Terminen im April und Mai.
    Kontakt Frau Julia Bydlinski-Kager: T +43 650 4091811
  • Waldbaden in der Salzburger Sportwelt: Die Geheimnisse des Waldes erwandern, Lichtspiele beobachten und Baumgeflüster lauschen. Einfach Entspannung einkehren lassen. www.salzburgersportwelt.com
  • Workshops und Führungen zu den Themen Waldbaden, „Das Gold der Bäume“, etc. vom Verein „Kräuterschnecken“ in Bergheim bei Salzburg. Kontakt und Termine 2019: bergheim-tourismus.at
  • Waldbaden mit der Salzburger Bloggerin „Fräulein Grün“: Karina Reichl ist Waldpädagogin und TEH-Praktikerin. Auf ihrem Blog verrät sie Rezepte unter dem Motto „Wiese, Wald & Wunder“ und bietet Kräuterwanderungen und Kurse zum Thema Waldbaden rund um die Stadt Salzburg an. Kontakt und Termine: fräuleingrün.at

Waldbaden und dessen Wirkung
„Waldbaden“ oder „Shinrin Yoku“ bedeutet so viel wie „Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes“ und zählt in Japan bereits seit den 1980er Jahren zu den medizinisch anerkannten Behandlungs- und gesundheitsfördernden Methoden. Ruhiges Spazieren und Verweilen im Wald sollen dabei helfen, den Alltag hinter sich zu lassen und neue Kraft zu schöpfen. Entspannungstechniken wie Qi Gong, Atemübungen sowie gezielte Achtsamkeitsübungen, um den Wald mit allen Sinnen zu erfassen, sind ebenso Bestandteil des „Waldbadens“. Die Heilkraft des Waldes – sowohl sein Grün, die Stille bzw. angenehme Geräuschkulisse, die schadstoffarme und sauerstoffreiche Luft als auch von den Bäumen abgegebene Aromastoffe (Terpene) – wird unterstützend bei der Behandlung bestimmter Krankheiten und zur Prävention eingesetzt.

Informationen: www.salzburgerland.com

Video “Auftanken im Naturraum Wald mit Marcel Hirscher”: hier 


5. März 2019
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