Waldreiche Lehr- und Themenwege

Von Baumriesen, Mondholz und Überlebenskünstlern

Die Wälder im SalzburgerLand sind freundlich und hell, gesund und vielfältig, nachhaltig bewirtschaftet und bestens gepflegt. Markierte Rad- und Wanderwege führen in sie hinein und auch wieder hinaus. Dennoch wagt sich nicht jeder sofort auf eigene Faust mitten hinein ins „große Grün“. Muss man auch nicht, denn es gibt zahlreiche Lehr- und Themen-wege, auf denen Wanderer auf spielerische Weise viel Neues zum Natur- und Lebensraum Wald, dessen Tierwelt und dem Holz erfahren. Die Wege sind beschildert, führen von einer Station zur nächsten und bieten großen Spaß für die ganze Familie. Also nichts wie ab in den Wald!

Natur- und Lebensraum WaldPresse

Naturweg durch die „Lärchen-Wiesen“ an der Großglockner Hochalpenstraße
Am Piffkar auf 1.620 Meter Seehöhe, wenige Kilometer nach der Kassenstelle Fusch/Ferleiten, führt ein rund 30-minütiger Naturweg durch das Sonderschutzgebiet „Lärchen-Wiesen“. Ameisenstraßen, Schmetterlinge, alpine Pflanzen und Kräuter zählen zu den Wegbegleitern. Interessant ist auch der Unterwuchs des Lärchen- und Zirbenwaldes. Bis in den Sommer hinein blühen hier die ‚Alpenrose‘ und die ‚Behaarte Alpenrose‘. Vermooste Baumwurzeln und Steine bedecken den Waldboden. ‚Sauerklee‘ und der ‚Wollige Hahnenfuß‘ blühen hier ebenso wie ‚Steinbrech‘ und ‚Wintergrün‘. Der Bergfichtenwald ist auch Lebensraum zahlreicher Singvögel: Auf einer Tafel sind zahlreiche Vogelarten beschrieben. Auf Knopfdruck erklingen deren Gesänge oder Rufe aus den Bäumen. www.grossglockner.at

Der Rauriser Urwald im Nationalpark Hohe Tauern
Der Rauriser Urwald ist ein echtes Naturjuwel am Fuße des 3.106 Meter hohen Sonnblicks im hinteren Raurisertal. Der Weg führt von Kolm Saigurn in rund einer Stunde durch den jahrhundertealten, naturbelassenen Wald und endet an der Gainschnigg-Alm. Vor rund 8.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit, kam es an dieser Stelle zu einem Bergsturz, durch den viele Felsblöcke ins Tal rutschten. Sie verhinderten das Abfließen von Niederschlagswasser, wodurch sich eine Vielzahl kleinerer und größerer Tümpel bilden konnte, rund 80 Moortümpel sind es heute. Zu den Besonderheiten der bis zu 400 Jahre alten Bäume zählen die Spitz- oder Kerzenfichten, die sich mit ganz kurzen und dichten Ästen an die klimatischen Verhältnisse und die hohen Schneemengen angepasst haben. Auch die Vogelwelt ist im Rauriser Urwald außergewöhnlich vielfältig: Vom Fichtenkreuzschnabel über den Waldkauz bis hin zum Schwarzspecht sind alle Vögel vertreten, die in einem Bergwald vorkommen können. Weitere Besonderheiten sind die leuchtend gelb-grünen Wolfsflechten sowie die bis zu hundert Jahre alten Ameisenhügel mit einer Größe von bis zu drei Metern. All diese Besonderheiten kann man auch gemeinsam mit einem Nationalpark-Ranger entdecken: www.nationalpark.at

„Walddetektive und Wasserforscher“ im Naturpark Weißbach bei Lofer
Wo jausnen Eichhörnchen? Wie weit springt ein Reh? Und welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen einem Waldameisenhügel und einem Eisberg? Langeweile beim Wandern kennen die kleinen Walddetektive und Wasserforscher im Naturpark Weißbach nicht: Viel zu viel gibt es auf dem familienfreundlichen WaldErlebnisWeg mit dem klingenden Namen „Walden“ zu entdecken. Der Weg kann individuell oder im Rahmen einer geführten Wanderung zurückgelegt werden. Bei einer Führung müssen kniffelige Fragen beantwortet werden, um am Ende das Lösungswort zu erhalten. Ausgestattet mit einer Becherlupe und unter der Leitung eines fachkundigen Guides entdecken große und kleine Naturliebhaber den Natur- und Lebensraum Wald ganz neu. www.naturpark-weissbach.at | www.lofer.com

Waldwellnessweg „Waldluft – die Apotheke zum Atmen“ in Saalbach Hinterglemm
Inmitten von tausend Fichtenbäumen des 200 Jahre alten Waldes am Reiterkogel in Saalbach Hinterglemm entstand ein Spa der besonderen Art. Aber nicht mit aufwändig inszenierten Bauten oder künstlich angelegten Bädern, sondern im Einklang mit der Natur. Waldwellness – das ist Entspannung pur auf 1.700 Meter Seehöhe. Yoga wirkt auf Holz-Plattformen unter den Baumkronen und umgeben von entspannendem Vogelgesang gleich noch erholsamer. Eine kleine Bibliothek im Wald lädt zum Verweilen in Hängematten ein. Wer sich der Kunst der Achtsamkeit annähern möchte, findet in dieser natürlichen Wellness-Umgebung die dazu nötigen Tipps. Zum Wellnessen gehört auch das Sich-Kulinarisch-Gut-Gehen-Lassen. Dafür sorgt der mit einem Wildkräuter-Smoothie und vielen Köstlichkeiten gefüllte Picknickkorb inkl. Decke, den man sich bis zu zwei Stunden vor dem geplanten Aufenthalt bei der Reiteralm vorbestellen kann. www.saalbach.com

Über den Baumwipfeln wandern in Saalbach Hinterglemm
Zwei Kilometer ist der spektakuläre Baumzipfelweg im Talschluss von Saalbach Hinterglemm lang: Höhepunkt ist die 200 Meter lange und 42 Meter hohe „Golden Gate Brücke der Alpen“. Sie bietet einen atemberaubenden Rundblick auf die Bergkulisse und den Hochseilpark. Der Baumzipfelweg kann aufgrund seiner massiven Lärchenholzkonstruktion mit Treppen, Türmen, Brücken und Plattformen auch im Winter erwandert werden. Mitten in den Baumkronen sind spannende Spielestationen versteckt.
Gut verbinden lässt sich der Baumzipfelweg mit der „Kids Wander Challenge“, diese motiviert Kinder zum Wandern und umfasst vier Themenwege und eine Bergwanderung. Mit jeder Station sammeln die Kinder Punkte und erhalten dafür eine Auszeichnung.  www.saalbach.com

Sagen- und Erlebniswanderweg “Mystischer Wald” in Zell am See-Kaprun
Der mystische Wald entführt Wanderer und Naturliebhaber auf eine märchenhaft-erlebnisreiche Reise in die Welt der Sagen. Entlang des neuen Sagenwanderweges auf der Schmittenhöhe kommen Besucher in den Genuss spannender Erzählungen rund um den Naturraum Wald. Ebenfalls ein neuer Erlebnisspielplatz bei der Schmiedhofalm ergänzt das familienfreundliche Angebot auf der Schmitten. www.zellamsee-kaprun.com

Zirbenweg Bad Gastein: In der „Kampfzone des Waldes“
Auf rund 2.000 Meter Seehöhe, hoch über dem bekannten Kurort Bad Gastein, führt der Zirbenweg direkt hinein in die „Kampfzone des Waldes“. Diese hört sich gefährlicher an als sie ist. Der Begriff bezeichnet einen Naturraum an der Baumgrenze, in dem gut acht Monate winterliche Temperaturen herrschen und in dem sich nur noch eine Baumart so richtig wohlfühlt: Die Königin der Alpen – die Zirbe! Der Zirbenweg ist besonders gut für Familien geeignet: Er ist als Rundweg angelegt und führt ohne große Steigungen durch das Gelände. Hinauf auf den Graukogel geht es mit einem Zweier-Sessellift. Der Weg kann in zügigem Gehtempo in rund dreißig Minuten zurückgelegt werden, doch dazu wird nicht geraten: Denn die Zirbennester, Keltenwiegen, Aussichtsplattformen und Zirbenbetten am Wegesrand laden dazu ein, sich spielerisch mit diesem Lebensraum und der Überlebenskünstlerin „Zirbe“ auseinanderzusetzen. Wer mehr über die Region und die Kraft der Bäume erfahren möchte, schließt sich einer geführten Wanderung an. Nationalpark-Ranger Hans Naglmayr kennt den Zirbenweg wie seine eigene Westentasche: Mit ihm kann eine Wanderung gut und gerne drei bis vier Stunden dauern – so viel Interessantes gibt es zu erfragen, zu erzählen und zu erkunden. www.gastein.com

Auf dem Bärenweg zur Amoseralm in Bad Hofgastein
Ebenfalls im Gasteinertal führt in Bad Hofgastein der Bärenweg auf die Amoseralm. Rund eine Stunde dauert die besonders familienfreundliche Wanderung durch den lichten Bergwald. Die Erlebnisstationen, Glücks- und Rastplätze und ein Kneippbecken mit Wasserspielen sorgen für viel Abwechslung und jede Menge Erfrischung. Auf der Amoseralm werden Wanderer mit selbst gemachten Bio-Schmanklern verwöhnt. Außerdem wird auf der Alm einmal wöchentlich Brot gebacken – ganz traditionell unter freiem Himmel im Holzofen. www.gastein.com | www.amosergut.at

In Wagrain-Kleinarl auf grünen Pfaden die „Kraft der Bäume“ erwandern
Der Lehrpfad „Kraft der Bäume“ in Wagrain-Kleinarl ist in seiner Form einzigartig in Österreich: Auf einer Länge von drei Kilometern werden 32 heimische Laub- und Nadelbäume erklärt. Informative Schilder weisen auf die Eigenschaften und Besonderheiten der Bäume hin, die zum Teil bereits uralt sind oder neu gepflanzt wurden. Rund drei Stunden sollte man für eine Wanderung einplanen, will man sich intensiv mit den Baumpersönlichkeiten auseinandersetzen. So etwa werden im „Baum-Info-Stadl“ Blätter-, Samen- und Baumscheibensammlungen gezeigt und beim Baumquiz wird das bereits erlernte Wissen abgefragt. Es gibt eine Klangstation und natürlich immer wieder Sitzgelegenheiten und zwei Rastplätze. Ein besonderes Erlebnis ist es, den Lehrweg gemeinsam mit jener Frau zu erwandern, die ihn entwickelt und konzipiert hat: Die Kleinarlerin Christine Höller ist diplomierte Kräuterexpertin und Baumkennerin. Auf ihren Führungen „Die Heilkräftige“ oder „Die Hochprozentige“ erfahren Naturfreunde spannende Hintergründe und wundersame Geschichten zu den Bäumen. Dass einige Baumteile besonders wertvoll und auch essbar sind, erfährt man bei einer anschließenden Einkehr in der Jausenstation Ennskrax’n. Hier werden zur „Baumjause“ Ulmensemmeln, Fichtenbutter, Wald-Guacamole oder Weidencreme serviert. www.wagrain-kleinarl.at

Was ist Mondholz? Die Antwort auf diese Frage erfährt man in Altenmarkt-Zauchensee
Der rund vier Kilometer lange Mondpfad startet im Ortszentrum von Altenmarkt und beschäftigt sich mit jenem Planeten, der Menschen, Tiere, Pflanzen und Meere subtil und dennoch machtvoll beeinflusst. Der Mond – immer wieder Bestandteil von Märchen, Gedichten und Liedern – ist für sich genommen schon ein Mythos, aber auch wichtiger Gegenstand der Wissenschaft. Insgesamt 20 interaktive Erlebnisstationen liefern interessante Geschichten, Hintergründe und Informationen zum Mond, der über 384.000 Kilometer von der Erde entfernt ist. An der „Energietankstelle Holz“ samt Schwingungsbrücke wird im Detail erklärt, welchen Einfluss der Mond auf Holz hat: Denn vor allem in der Forstwirtschaft und in der Baubranche beschäftigt man sich schon lange mit dem Phänomen „Mondholz“. Die Gehzeit beträgt rund zwei Stunden, außerdem ist der familienfreundliche Mondpfad mit einem geländetauglichen Kinderwagen befahrbar. www.altenmarkt-zauchensee.at

Naturerlebnis Vogelwanderweg in St. Michael im Lungau
Die Wanderung gibt einen umfassenden Einblick in die Welt der Vögel. An Schautafeln finden sich wissenswerte Informationen über die heimische Vogelwelt. Sitzbänke, die in Form von Vögeln gestaltet sind, laden zum Vogel lauschen, entspannen und verweilen ein. Eine vogelkundliche Beobachtungsstation eröffnet einen traumhaften Blick über das Murtal und auf den Ort St. Michael. Ein an der Station angebrachtes Fernrohr ermöglicht eine genaue Beobachtung der Vögel. Außerdem können zehn verschiedene Vogelstimmen von im Lungau ansässigen Vögeln abgerufen werden. Lebensgroße aus Holz geschnitzte und bemalte Vögel veranschaulichen die Vogelwelt noch besser. www.lungau.at

 „Wald, Wild und Holz“ auf der Erlebnisburg Hohenwerfen*
Seit dem Frühjahr 2019 führt ein neuer Themenlehrweg mit dem Namen „Wald, Wild und Holz“ auf die Erlebnisburg Hohenwerfen. 15 großformatige sowie 30 kleinere Tafeln zu den verschiedenen Baum- und Wildarten informieren Besucher über Fauna und Flora der Region. Zentraler Punkt auf halber Wegstrecke ist eine von Schülern des Holztechnikum Kuchl errichtete Hütte. Der Weg wurde von den Salzburger Burgen und Schlössern in enger Kooperation mit der Initiative “Respektiere deine Grenzen” konzipiert. Neben den Themen Wald, Wild und Holz ist das Thema ‘richtiges Verhalten in der Natur’ ein weiterer Schwerpunkt. www.burg-hohenwerfen.at

Die höchsten Baumriesen des Landes im Lammertaler Urwald
Ein Mischwald von ungewöhnlichen Dimensionen erwartet Besucher im Lammertaler Urwald in der Genuss- & ErlebnisRegion Tennengau: Hier wachsen auf einem Areal von rund zehn Hektar uralte Bäume, die zu den höchsten Österreichs, ja sogar Mitteleuropas, zählen. Der Rundweg durch den Wald dauert rund eine halbe Stunde und ist leicht zu erwandern: An dem kleinen Pfad verweisen Hinweisschilder immer wieder auf besonders alte und imposante Bäume. So etwa auf die rund 300 Jahre alte „Große Buche – die Mutter des Waldes“ oder den „Lammertaler Wächter“, eine 47 Meter hohe Tanne. Ihr Holzvolumen von 46 Festmetern würde ausreichen, um Dachstühle für vier Einfamilienhäuser zu zimmern. Und der Stammdurchmesser der rund 300 Jahre alten Fichte „Alter Tax“ misst an die 160 Zentimeter. Der Anstieg erfolgt vom Parkplatz der „Spießalm“ in Lungötz oder über den acht Kilometer langen Baumwanderweg von St. Martin am Tennengebirge. www.tennengau.com | www.stmartin.info

WaldWasserZauber im Stille-Nacht-Ort Hintersee in der Fuschlseeregion
Der durchgehend beschilderte Rundweg „Waldzauber Hintersee“ beginnt direkt im Zentrum von Hintersee und führt entlang der Taugl zum mystisch anmutenden Wald der „BaumRiesenWelt“. Am Satzstein trifft er auf den Erlebnisweg “Wasserwunder Tiefenbach“, wo die Möglichkeit besteht, nach Hintersee zurückzukehren oder weiter auf dem Erlebnisweg „Wasserwunder Tiefenbach“ zu wandern. Dieser regt zum bewussten Erfahren und Erleben des Elementes Wasser an. Ein Zugang zum Tiefenbach lädt zum Kneippen und Spielen ein. Zielpunkt des Themenweges ist eine Plattform aus Holz oberhalb des Wasserfalles. Der überwältigende Blick ist ein lohnender Abschluss der Wanderung. fuschlsee.salzkammergut.at

Spannende Walderfahrungswelt im Arboretum am Wolfgangsee
Ein Arboretum (lateinisch „Arbor“: Baum) bezeichnet eine Sammlung von Gehölzern: In Abersee am Wolfgangsee haben die Österreichischen Bundesforste eine solche Wald-Erfahrungswelt in der Größe etwa eines Fußballfeldes angelegt. Hier finden sich die wichtigsten Waldgesellschaften Österreichs mit über 60 Baum- und Straucharten in ihrer natürlichen Umgebung versammelt. Dazu werden Naturinteressierten umfassende Informationen über Ökosysteme, Lebensräume und darin vorkommende Tier- und Pflanzenarten geboten. Eine kleine Ausstellung im Pavillon bietet einen Überblick über das Nachhaltigkeits-Unternehmen Bundesforste und eine sechs Meter hohe Aussichtplattform eröffnet einen schönen Blick auf den Grauerlenwald und den Zinkenbach. wolfgangsee.salzkammergut.at

Wald-Wissens-Weg in Obertrum am See
Bei einem gemütlichen Spaziergang entlang des zwei Kilometer langen Waldweges kann der Wald in all seinen Formen erkundet werden. An 21 Waldwissenstafeln und einer Erlebnisstation werden Spaziergänger über die Vielfalt des Waldes informiert. Am Wald-Spielplatz können sich die Kleinen so richtig austoben. www.salzburger-seenland.at

Natur-Erlebnis-Weg im Teufelsgraben Seeham
Der Natur-Erlebnis-Weg führt durch eine wildromantische Schlucht bis hin zum Naturdenkmal Wildkar Wasserfall und zu zwei Mühlen. Entlang des Weges informieren 17 Stationen über den Wald, geologische Besonderheiten, Pflanzen und Sträucher sowie über die Bewohner des Waldes. Den Besuchern offenbart sich im Teufelsgraben eine mystische Erlebniswelt. www.salzburger-seenland.at

Informationen: www.salzburgerland.com


3. Juli 2020
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