„Dafür leben wir“: Die Riversurfer vom Almkanal

Vom mittelalterlichen Wasserversorgungssystem zur perfekten Welle

Der Almkanal in Salzburg ist eines der ältesten, immer noch aktiv genutzten Kulturdenkmäler historischer Wasserbaukunst Mitteleuropas. Doch darüber hinaus ist der künstlich angelegte Wasserlauf auch ein ganz besonderer Ort für Wassersport: Im Salzburger Stadtteil Gneis befindet sich die einzige, rund ums Jahr surfbare Flusswelle im SalzburgerLand. Somit hat die kleine, aber feine Szene der Riversurfer hier ihre Heimat gefunden. Sommer wie Winter reiten sie „ihre“ stehende Welle im Süden der Stadt und zeigen, dass man zum Wellenreiten nicht unbedingt das Meer braucht.

Aktiv im SommerPresseSommer

Es gibt viele Orte, die einem in den Sinn kommen, wenn man ans Surfen denkt: Bali, Kalifornien, die französische Atlantikküste. An die Stadt Salzburg denkt man eher nicht. Völlig zu Unrecht, fragt man die immer größer werdende Salzburger Riversurf-Szene, die mit der stehenden Welle im Almkanal bei Gneis ihr eigenes Revier im Süden der Stadt gefunden hat. Dank eines kleinen, von der Stadt im Jahr 2010 finanzierten Konstruktes im historischen Almkanal baut sich das Wasser dort zu einer surfbaren Welle auf, die weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt ist.

Der Almkanal – einstige Lebensader der Residenzstadt Salzburg

Der Almkanal – der von den Salzburgern einfach „die Alm“ genannt wird – war einst ein ehrgeiziges Bauprojekt der Salzburger Fürsterzbischöfe und sie haben sich damit ein Denkmal gesetzt: Heute gilt das künstlich angelegte Bachbett als ältestes Energie- und Wasserversorgungssystem Mitteleuropas. Auf einer Länge von knapp zwölf Kilometern leitet der Kanal das Wasser von der bayerischen Königsseeache bis in die Stadt Salzburg: Etwa 500 Liter glasklares Gebirgswasser werden pro Sekunde durch die Wehranlage in Hangendenstein aus der Königsseeache, früher auch Almfluss genannt, in die Alm in Richtung Mozartstadt geleitet. Das Wasser diente als Nutz-, Trink- und Löschwasser und betrieb zahlreiche Mühlen. Auf seiner Reise durch die Umgebungsorte St. Leonhard und Grödig sowie durch die Salzburger Stadtteile Gneis, Leopoldskron, Maxglan, Mülln sowie durch die Altstadt versorgt das Almwasser bis heute Kraftwerke sowie Teiche und Nutzwasserentnahmen.

Im Stadtgebiet teilt sich der Lauf fächerförmig in sieben Arme auf, die hauptsächlich unterirdisch der Salzach entgegenströmen und an der Uferböschung rauschend wieder ans Licht gelangen. Heute versorgt der Almkanal 14 Turbinen, darunter das älteste Elektrizitätskraftwerk des Landes Salzburg, das städtische Notstromaggregat, Teiche sowie die Kühl- und Klimaanlagen des Festspielhauses, des Haus der Natur, des Salzburg Museum und anderer Gebäude in der Altstadt. Noch heute wird das Mühlrad der Stiftsbäckerei von St. Peter mit dem Wasser des denkmalgeschützten Stiftsarmstollens angetrieben. Schon von weitem hört man die Wassermassen rauschen!

Eine technische Meisterleistung mit Mehrwert

Historisch lässt sich der Almkanal mit dem Bau des Müllnerlaufs bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Durch permanente Wasserknappheit für die Felder und Gärten im inneren Stadtbereich wurde zwischen 1136 und 1143 der für die damalige Zeit äußerst innovative Plan umgesetzt, den 400 Meter langen Stiftsarmstollen zwischen Mönchs- und Festungsberg unterirdisch durch das Gestein zu schlagen. Um diesen mit genügend Wasser zu versorgen, baute man nur wenig später einen hölzernen Zuleitungskanal durch das Leopoldskroner Moor bis zum Rosittenbach in Grödig. 1286 wurde dieser schließlich bis hin zur Königsseeache verlängert.
Heute weiß man: Der zwölf Kilometer lange Almkanal und seine sechs Kilometer langen Nebenarme sind eine technische Meisterleistung, aber auch eine ökologische und naturnahe Bereicherung für die Stadt. Wer am Almkanal entlang spaziert, entdeckt die vielen kleinen Gärten und Oasen direkt am Wasser. Die „Alm“ ist ein Naherholungsgebiet für Einheimische und Gäste, ein kleines Wasserparadies!

Salzburg hat die älteste Riversurf-Szene Österreichs

Im Jahr 2010 wurde aus dem Almkanal ganz überraschend ein Hotspot für heimische Surfer: Im Zuge der jährlichen Almabkehr, bei der der Kanal alljährlich im Herbst für einige Wochen trockengelegt wird, um seine Nebenläufe von Schmutz, Müll und Kies zu reinigen, nutzte die Stadt Salzburg die Gelegenheit: Eine ehemalige Wehranlage wurde geringfügig umgebaut, sodass sich das Wasser an dieser Stelle zu einer schönen, großen und permanenten Welle aufbauen kann. Ursprünglich für Kajakfahrer errichtet, kamen nach und nach immer mehr Surfer zur Welle und bildeten eine Riversurf-Szene, die heute als die älteste in Österreich gilt. Anfangs noch eine lose Gruppe von Sportlern, die sich durch ihre gemeinsame Leidenschaft verbunden fühlten, sind diese seit 2017 im Verein ‚Riversurfing Austria‘ organisiert. Dieser hat mittlerweile auch die Wartung der Salzburger Welle im Zuge der Almabkehr übernommen.

Lokalaugenschein: So geht Wellenreiten in der Alm

Wer sich mit dem Board in die Alm wagt, merkt gleich: Im Wasser geht alles ganz flott! Nach dem Einstieg, der hier springend, stehend oder sogar sitzend möglich ist, bleibt keine Zeit zum Nachdenken. Das Wasser rauscht schnell und mit enormem Druck – und auch im Sommer erfrischend kalt – heran. Die Welle lässt rasche Turns und Tricks zu, verzeiht aber keine Fehler und Unsicherheiten. Wer von der Welle vom Board geholt wird, lässt sich rund 20 Meter flussabwärts treiben und gelangt über einen relativ leichten Ausstieg wieder zurück an Land. Dort herrscht Sommer wie Winter reges Treiben. Man trifft stets Gleichgesinnte und nutzt die Pausen, bis man wieder an der Reihe ist, zum Verschnaufen. Die kleinen Auszeiten braucht es, denn auch wenn alles locker und elegant aussieht, ist Riversurfen ein komplexer Sport, der den Körper auf vielfältige Weise fordert.

Rund ums Jahr: Die Welle, ein Ort für alle

„Die Welle in Gneis ist ein sehr weltoffener Ort. Sie tut Salzburg einfach gut und macht großen Spaß“, sagt die Salzburger Riversurferin Inka Minimayr. Die junge Frau hat auf einer dreimonatigen Australienreise ihr Herz ans Surfen verlor und stillt seither ihre Sehnsucht im glasklaren Wasser des Almkanals: „Surfen ist ein sehr vielseitiger Sport, bei dem der gesamte Körper trainiert wird. Mir taugt die Kombination aus Natur und ihren unberechenbaren Kräften sowie der eigenen, körperlichen Anstrengung.“

„Obwohl sie auf den ersten Blick klein ausschaut, hat sie doch viel Druck und sie erlaubt schnelle Turns bei hohem Speed“, erzählt auch Michael Grössinger. Der Salzburger Fotograf zählt trotz vieler sportlichen Leidenschaften das Surfen zu seinem Lieblingssport. Was er neugierigen Einsteigern rät? „Ein bisschen Mut hilft natürlich sehr. Das Gute ist, dass die Riversurfer extrem offen und aufgeschlossen sind und auch Anfänger gerne in ihren Reihen aufnehmen. So kann das sicher jeder lernen“, motiviert Michael Grössinger.

Anfangs geht es mit Softboards in die Welle, sodass die Verletzungsgefahr sehr gering ist. Auf sich allein gestellt ist man zu keiner Zeit, steht die Community Anfängern immer mit guten Ratschlägen zur Seite. „Jeder hilft jedem, man schaut aufeinander und wir alle freuen uns, dass wir die Welle haben und in einer Stadt surfen können, die man sonst mit ganz anderen Dingen verbindet“, sagt Michael Grössinger.

Tipps rund um den Almkanal

Ab aufs Board

Salzburgs Riversurf-Szene besteht aus 20 bis 30 Leuten, neue Surfer sind an der Alm herzlich willkommen. Die Insider raten: Einfach vorbeischauen! Gegen die Kälte schützt ein Neoprenanzug. Die „Welle im Almkanal“ befindet sich im Salzburger Stadtteil Gneis nahe der Obus-Haltestelle „Birkensiedlung“ (Obus-Linie 5)

Radtour entlang der Alm und eine Bäckerei, die den Almkanal als Stromquelle nutzt

Ein besonderes Erlebnis ist es, mit dem Fahrrad entlang des Almkanals von Bayern nach Salzburg bzw. retour zu fahren. Nachdem das Wasser bereits auf bayerischer Seite von der Königsseeache abgeleitet wird, kommt man auf zwölf Kilometern an sechs Teichen, der Almwelle und 14 Kraftwerken vorbei, bevor das Wasser schließlich im Stiftsarmstollen unter dem Mönchsberg verschwindet.
Zur Stärkung lohnt eine Zwischenverpflegung aus der Stiftsbäckerei mitten in der Salzburger Altstadt, wo das Mühlrad vom Almkanal angetrieben wird: Seit 2006 wird damit sogar der hauseigene Strom für die Bäckerei erzeugt. In der Bäckerei, die ihre Wurzeln im 12. Jahrhundert hat, werden köstliche Roggenbrote, Vinschgerl, Milchbrotzopf und vieles mehr gebacken. Ein echter Geheimtipp sind die buttrigen Brioches. www.stiftsbaeckerei.at

Auf den Spuren des Wassers: Herbstliche „Almabkehr“

Jedes Jahr im September wird der Almkanal zur Wartung und Reinigung trockengelegt. In dieser Zeit kann der 1150 erbaute Stiftskanalarm, der als Herzstück des Kanals gilt und unter dem Mönchsberg verläuft, im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Trittsicherheit und warme Kleidung sind bei dieser unterirdischen Wanderung Voraussetzung. www.almkanal.at


4. März 2024

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