Stille Nacht Kapelle in Oberndorf © SalzburgerLand Tourismus

Die Stille-Nacht-Orte im SalzburgerLand

Entstehung des Liedes und Lebensstationen seiner Schöpfer

Es gleicht einem Wunder, wie ein Gedicht und eine einfache Melodie sich zu einem Lied verbinden, das seine Reise um die Welt antrat und bis heute die Herzen der Menschen erfüllt. Im SalzburgerLand begegneten sich der Priester Joseph Mohr und der Lehrer Franz Xaver Gruber: Gemeinsam erschufen sie „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ und sangen es erstmals an Weihnachten 1818 in Oberndorf. Weitere sechs Stille-Nacht-Orte gibt es im SalzburgerLand: Allesamt Lebensstationen der beiden Männer, die sich nur für kurze Zeit trafen, aber durch eine lebenslange Freundschaft verbunden blieben. Und gemeinsam Weihnachten für immer veränderten.

PresseStille Nacht Land Salzburg

Stadt Salzburg: Joseph Mohrs Kindheit, Schul- und Ausbildungszeit
Joseph Mohr wurde am 11. Dezember 1792 als uneheliches Kind einer Strickerin und eines Musketiers der fürsterzbischöflichen Garde in der Steingasse 31 in Salzburg geboren und verlebte dort seine Kindheit und Schulzeit. Getauft wurde er – wie schon W. A. Mozart – im Salzburger Dom. Während seiner Schulzeit am Akademischen Gymnasium – die heutige Universität Salzburg mit der Großen Aula – verdiente er sich ein kleines Zubrot als Sänger und Violinist bei musikalischen Aufführungen des Lyzeums und des Benediktinerklosters St. Peter am Fuße des Mönchsberges. Am Makartplatz besuchte er das Priesterseminar, wo er schon als 23-Jähriger zum Priester geweiht wurde. 1819 wurde er als junger Priester eingeladen, im Salzburger Dom die Fastenpredigt zu halten: Damit wurde ihm eine große Ehre zuteil.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • Der Salzburger Dom mit dem historischen Taufbecken kann bei freiem Eintritt besichtigt werden. Die Salzburger Domorgel wurde von Carl Mauracher umgebaut: Der Zillertaler Orgelbauer brachte das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in seine Heimat nach Fügen.
  • Es werden Stadtführungen zum Thema „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ angeboten (Wohnhaus, Priesterseminar, St. Peter, etc.).
  • Das berühmte Salzburger Glockenspiel spielt am 24. Dezember um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr die Melodie von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.

 

Arnsdorf: Franz Xaver Grubers erste Wirkungsstätte als Lehrer
Der kleine Ort Arnsdorf in der Nähe von Oberndorf war über die Jahrhunderte hinweg ein weit über die Grenzen hinaus bekannter Wallfahrtsort. Sogar Pilger aus dem entfernten Rom kamen zur Kirche „Maria im Mösl“. Von 1807 bis 1829 lebte und wirkte Franz Xaver Gruber hier als Lehrer, Mesner und Organist. Bei Amtsantritt heiratete er – zur sozialen Versorgung – die Witwe seines Vorgängers, Elisabeth Fischinger, und nach deren Tod 1826 Maria Breitfuß. Von hier aus „pendelte“ er ab 1816 auch nach Oberndorf, wo er zusätzlich den Orgeldienst übernahm, um sein geringes Einkommen aufzubessern. In Arnsdorf hat die Melodie zu „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ihren Ursprung.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • Im ältesten aktiven Schulhaus Österreichs ist seit 1957 das Stille-Nacht-Museum Nach einer Neukonzeption wurde das Museum 2013 mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet. Es versteht sich als ein Ort der Besinnung und der Begegnung, der die Schlichtheit der damaligen Zeit und Grubers Leben widerspiegelt. Eine traditionell eingerichtete Rauchkuchl, in der sich das Familienleben abgespielt hat, und ein historisches Klassenzimmer mit dem „Gruberpult“ und alten Schulbänken geben Einblicke in Grubers Alltag. Im Erdgeschoß befinden sich die Klassen der Volksschule Arnsdorf.
  • Neben der „Gruberschule” befindet sich die 500 Jahre alte Wallfahrtskirche „Maria im Mösl“ mit der Original-Orgel, auf der Gruber von 1807 bis 1829 seinen Organistendienst leistete. In der reich ausgestatteten, spätgotischen Kirche befindet sich am eindrucksvollen Hochaltar eine Madonna mit Jesukind, die wahrscheinlich aus der Werkstatt des bedeutenden Bildhauers, Malers und Altarbauers Michael Pacher stammt.
  • Als Glockenspiel der Kirche ertönt die weltberühmte Stille-Nacht-Melodie.
  • Der „Gruber-Mohr-Gedenkweg“ verbindet die Orte Arnsdorf und Oberndorf. Die 25 Kilometer lange Stille-Nacht-Route ist ein Rad-Rundweg, der ebenfalls durch die beiden Orte führt.

 

Mariapfarr: Joseph Mohr verfasste den Liedtext ursprünglich als Gedicht
Es war im Herbst 1815, als der 23-jährige Joseph Mohr nach der vorzeitigen Priesterweihe in Salzburg seine erste Stelle antrat: Er wurde Hilfspriester in Mariapfarr im Salzburger Lungau und kehrte damit unverhofft zu seinen Wurzeln zurück. Joseph Mohrs Vorfahren väterlicherseits waren seit dem 17. Jahrhundert im Lungau angesiedelt. Im Jahr 1995 lieferte der einzige aufgefundene “Stille Nacht!”-Autograph aus der Hand von Joseph Mohr den Beweis dafür, dass Mohr das Gedicht „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ 1816 in seiner Zeit als Kooperator in Mariapfarr verfasst hatte.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • Das neugestaltete Stille-Nacht-Museum zeigt das Thema „Wallfahrt“ und den Zusammenhang zu „Stille Nacht“ in verschiedenen Facetten. Es bereitet „den Weg“ auf verschiedene Weise auf – vom Lebensweg Joseph Mohrs und den schwierigen Lebensverhältnissen dieser Zeit, über den inneren und individuellen Weg jedes Einzelnen bis zu den Schätzen, die ihren Weg in das Museum gefunden haben. Darunter sind Kostbarkeiten aus dem Besitz der Basilika Mariapfarr aus der Zeit der Hochblüte der Wallfahrt. Zu den Besonderheiten des Museums zählt das „Mariapfarrer Silberaltärchen“ aus dem Jahr 1443 und die große Weihnachtskrippe in der rekonstruierten „MohrStube“. Die rund 100 Figuren stammen aus dem Jahr 1750 und schmückten bereits zu Mohrs Zeiten die Krippe.
  • Die Wallfahrts- und Stille-Nacht-BasilikaUnsere Liebe Frau“ nahm immer schon eine besondere pastorale und historische Stellung innerhalb des Erzbistums Salzburg ein. Das Altarbild „Anbetung der Heiligen Drei Könige und dem holden Knaben im lockigen Haar“ soll Mohr zur entsprechenden Textzeile inspiriert haben. Kirche und Altar wurden im August 2016 nach zweijähriger Renovierung neu geweiht, ebenso wie der neue Stille-Nacht-Brunnen auf dem neu gestalteten Joseph-Mohr-Platz. Am 5. April 2018 erhob Papst Franziskus die Wallfahrtskirche per Dekret zur Basilica Minor (kleinere Basilika).

 

Oberndorf: Hier erklang das Lied zum ersten Mal
Oberndorf liegt rund 20 Kilometer nördlich der Stadt Salzburg und hat als Stille-Nacht-Gemeinde weltweiten Ruhm erlangt. Joseph Mohr war in der Schiffergemeinde, die erst zwei Jahre zuvor von Laufen auf bayerischer Seite getrennt wurde, von 1817 bis 1819 als Hilfspriester tätig. Der Lehrer von Arnsdorf, Franz Xaver Gruber, verdiente sich in Oberndorf sein Zubrot als Organist. Aus der Begegnung der Männer wurde eine Freundschaft und dieser ist das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zu verdanken. Am Nachmittag des 24. Dezembers 1818 überreichte der Hilfspriester Mohr dem Lehrer Gruber sein 1816 verfasstes Gedicht mit der Bitte, dieses zu vertonen. Am Abend desselben Tages trugen es die beiden Männer zweistimmig, und nur von Mohr auf der Gitarre begleitet, nach der Christmette vor.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • Im Stille-Nacht-Bezirk von Oberndorf findet sich an Stelle der St. Nikola Kirche, die durch ständige Hochwasser beschädigt war und abgetragen werden musste, die Stille-Nacht-Kapelle. Seit 1953 findet jährlich am Heiligen Abend um 17 Uhr vor der Kapelle die Stille-Nacht-Gedächtnisfeier statt, zu der zahlreiche Menschen aus aller Herren Länder anreisen, um das Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zu hören und zu singen.
  • Im Alten Pfarrhof neben der Stille-Nacht-Kapelle ist das neue Stille-Nacht-Museum Oberndorf Hier werden den Besuchern auf zwei Stockwerken das Stille-Nacht-Lied und seine Geschichte präsentiert. Die Zeit der Entstehung und Verbreitung des Weihnachtsliedes sowie das Umfeld, in dem es entstand, bilden weitere Schwerpunkte des Museums. Einzigartige Erinnerungsstücke und interaktive Stationen laden zum Entdecken ein. Der Hof des Museums ist dem Oberndorfer Philosophen und Träger des Alternativen Nobelpreises, Leopold Kohr, gewidmet.
  • Das ganze Jahr über werden in Oberndorf Stille-Nacht-Führungen zur Kapelle und im Museum sowie Rundwanderungen durch den Ort und die Region angeboten.

 

Hintersee: Joseph Mohrs erste eigene Pfarre für achteinhalb Jahre
Bevor Joseph Mohr 1828 nach Hintersee kam, hatte er das Dorf mit „272 Katholiken“ schon ein Jahr lang als Provisor interimistisch betreut. Nach einigen Wanderjahren – Mohr hatte Oberndorf 1819 verlassen – war Mohr der einzige Bewerber für Hintersee: Der kleine Ort war ein karger Seelsorgerposten, für Mohr aber war es die erste selbstständige Pfarre, in der er bis Februar 1837 blieb. Neben den Gottesdiensten hielt er an drei Tagen die Woche in der Schule den Religionsunterricht. Vor allem die Kinder und deren Ausbildung lagen ihm sehr am Herzen. Eine Geschichte über Mohr handelt davon, dass er Wilderern Fleisch abkaufte, um es an arme, kinderreiche Familien zu verschenken. Mohrs Aufenthalt in Hintersee blieb nicht ohne Konflikte und Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • In Hintersee würdigen eine Gedenktafel und ein Mohr-Portrait in der Pfarrkirche sowie eine Joseph Mohr-Büste vor der Kirche sein Leben und Wirken in der Gemeinde.
  • Das historische Joseph-Mohr-Haus neben dem alten Pfarrhof beherbergt ein Kulturzentrum und ein Museum mit einer Dauerausstellung über Joseph Mohr.
  • Die Joseph-Mohr-Gedächtniskapelle versteht sich als ein Ort der Besinnung und des Innehaltens. Den Innenraum der Kapelle gestaltete der Hinterseer Künstler Bernd Horak.
  • Der Joseph-Mohr-Gedächtnisweg führt entlang interaktiver Stationen zur Joseph-Mohr-Gedächtniskapelle. Der Gedanke für diese Initiative war es, eine Kombination aus gegenständlicher Malerei und Abstraktion zu schaffen. Die Kunstwerke sind am 1,2 Kilometer langen Rundweg auf sechs Stationen (eine Station je Liedstrophe) verteilt.


Wagrain: Joseph Mohrs letzte Wirkungs- und Ruhestätte
Von Hintersee wechselte Joseph Mohr 1837 nach Wagrain, wo er bis zu seinem Tod 1848 tätig war und als „sozialer Vikar“ in Erinnerung blieb. Ihm waren die Kleinsten, Ärmsten und Geringsten ein besonderes Anliegen. Schon in seinem zweiten Jahr in Wagrain war er der Hauptinitiator für den Bau der Volksschule, für die er fast sein ganzes Hab und Gut hergab. Ebenso kaufte er eine Feuerwehrspritze für die Gemeinde und setzte sich für die Armen- und Altenpflege ein. Sein Wirken hat in Wagrain besonders nachhaltige Spuren hinterlassen. Dabei war Joseph Mohr auch in diesem Ort als leutseliger, geselliger und musikalischer Pfarrer beliebt: Er unterhielt einen Kirchenchor und betätigte sich als Komponist. Am 4. Dezember 1848 verstarb Joseph Mohr im Alter von nur 56 Jahren an einer Lungenlähmung.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • In Wagrain erinnert die Joseph-Mohr-Gedächtnisorgel in der Pfarrkirche an das Wirken des sozialen Vikars. Im Seitenschiff der Kirche verweist eine Gedenktafel an Joseph Mohr als Verfasser des Liedes.
  • Der Wagrainer Kulturspaziergang lädt zu einer rund eineinhalbstündigen Wanderung auf den Spuren Mohrs und durch den Stille-Nacht-Bezirk. Auf dem Weg liegen die Pfarrkirche, der Pfarrhof, welcher von Mohr bewirtschaftet wurde, und der Friedhof mit Joseph Mohrs letzter Ruhestätte.
  • Das renovierte Pflegerschlössl in Wagrain – ein ehemaliges fürsterzbischöfliches Gerichtsgebäude aus dem späten 18. Jahrhundert – beherbergt ein Stille-Nacht-Museum: Die Ausstellungsbereiche sind dem Leben und Wirken von Joseph Mohr in Wagrain, der Entstehung des Liedes, seiner internationalen Verbreitung und seines besonderen Zaubers gewidmet. Zudem lädt das Museum Besucher zur interaktiven Auseinandersetzung mit dem Wert von Ruhe und Stille in einer immer hektischer werdenden Zeit.


Hallein: Franz Xaver Grubers letzter Wohnort und Ruhestätte
Nach seinem Wechsel 1929 von Arnsdorf nach Berndorf kam Franz Xaver Gruber mit seiner Familie 1835 nach Hallein. Nun konnte er sich endlich ganz seiner großen Leidenschaft, der Musik, widmen. Gruber hatte in Hallein bis zu seinem Tod 1863 die Stelle des Chorregenten und Stadtpfarrorganisten inne. Hier entfaltete er auch seine rege kompositorische Tätigkeit: Es entstand eine Reihe kirchenmusikalischer Werke und Kompositionen für die bürgerliche Musikpflege. Nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratete Gruber 1842 die aus Böckstein stammende Katharina Rieser (verwitwete Wimmer). Sein ältester Sohn Franz Xaver (*1826, † 1871) gründete 1849 die „Halleiner Liedertafel“, bei der Gruber selbst Mitglied war und die bis heute besteht. In Hallein verfasste Gruber am 30. Dezember 1854 auch die „Authentische Veranlassung“, in der Urheberschaft, Ort und Zeit der Entstehung von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ handschriftlich dokumentiert sind. Franz Xaver Gruber starb 1863 mit 76 Jahren als angesehener und relativ wohlhabender Mann in Hallein und fand hier auch seine letzte Ruhestätte.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • Franz Xaver Grubers ehemaliges Wohnhaus am „Franz Xaver Gruber Platz“ direkt gegenüber der Halleiner Stadtpfarrkirche beherbergt das Stille-Nacht-Museum. Es zeigt die komplette Dokumentation des Weihnachtsliedes, Joseph Mohrs originale Gitarre und Einrichtungsgegenstände von Grubers einstiger Wohnung, ebenso wie die Stille-Nacht-Autographen II, IV und V sowie die „Authentische Veranlassung“. Das Archiv verwahrt drei Musikinventare der Kompositionen, die Gruber während seiner Halleiner Zeit angelegt hat.
  • Direkt vor dem Museum befindet sich Grubers letzte Ruhestätte: Hierhin lädt jedes Jahr am 24. Dezember um 17 Uhr die Halleiner Liedertafel zum „Singen am Grubergrab“. Gäste aus aller Welt folgen der Einladung.

Informationen: www.stillenacht.com


9. November 2020
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